>> Stadtrundgang – Teil 4 <<
Wir verlassen nun den Stadtkern und folgen der Hamerlingstraße bis zum Neuen Markt und treffen in der Bahnhofstraße wieder auf die Stadtmauer.
Die Hamerlingstraße hält die Erinnerung an Robert Hamerling, den großen Dichter des Waldviertels, wach. Er war von 1840 bis 1844 Sängerknabe im Stift Zwettl und ist oft diese Straße gegangen. Auf halber Höhe kommen wir rechts bei einem alten Huf- und Wagenschmied vorbei, dessen Betrieb schon Jahre eingestellt ist. Das Haus selber und die Werkstätte sind noch erhalten, schlummern aber einen Dornröschenschlaf.
Am Neuen Markt angekommen, sehen wir rechts die Bürgerspitalskirche, der wir später noch einen Besuch abstatten.
Auf dem oberen Ende des neuen Marktes steht auf mehreren Sockeln die Sandsteinstatue des Auferstandenen, zum Himmel blickend, mit langem metallenem Kreuz in der Rechten. Die sicher einmal vorhanden gewesene Inschrift in der barocken Umrahmung auf dem Sockel ist der Verwitterung vollkommen zum Opfer gefallen.
Von hier aus führt uns die Berggasse hinauf zur Bahnhofstraße, wo wir wieder auf die Stadtmauer stoßen. Hier sieht man besonders schön wie dick die Mauer ist.
Am rechten Eck steht noch der „Kesselbodenturm“ (früher „Sattigturm“). Er hat einen kreisförmigen Grundriss. Der wuchtige Wehrbau ist dreigeschossig. Das ehemals schindelgedeckte, gedrückte Kegeldach ist längst verfallen und in sich zusammengestürzt. Parallel zur Stadtmauer führt nun die Kesselbodengasse hinunter. Von hier sehen wir bereits den Schulturm.
Doch zuvor biegen wir rechts in die Klosterstraße ein, werfen links wieder einen Blick auf die Stadtmauer und besuchen die Bürgerspitalskirche.
Der Hochaltar, ein typisches Werk des Knorpelwerkstils (an der Predella ist er mit „1678“ bezeichnet), weist über Mensa und biedermeierklassizistischem tempelförmigem Tabernakel (1835) einen ädikulaförmigen Aufbau auf. Zwei Säulen rahmen das nazarenische Altarbild „Hlst. Dreifaltigkeit“. Ganz außen stehen auf Konsolen die Heiligenstatuen eines Papstes und eines Bischofs. Über einem geraden Gebälk wiederholt sich das Motiv des Hauptgeschosses mit einem Gemälde des hl. Martin, flankiert von zwei Engelsfiguren und bekrönt von einem Medaillon mit Marien-Monogramm und zwei Vasen.
Unser weiterer Weg führt uns in die Schulgasse, hinter die Bürgerspitalskirche, wo wir zwischen Seniorenzentrum und Hauptschule den Schulturm erkennen können.
Der Schulturm, der die Nordostecke der Stadtbefestigung bildet und seine Namen von der auf dem gleichen Grundstück befindlichen Hauptschule erhalten hat, ist ein dreigeschossiger Wehrturm. Er ist nach dem Antonturm, unserem Wahrzeichen, sicher einer der imposantesten Türme der Stadt. Das Innere des Schulturmes birgt eine sehenswerte naturkundliche Sammlung von Mag. Gustav Schneider.

Der besondere Tipp: Mit der historischen „AGNES“ durch Zwettl.
























