Zwettl

>> Stadtrundgang – Teil 4 <<

Hamerlingstraße
Hamerlingstraße
Huf- u. Wagenschmied
Huf- u. Wagenschmied
Neuer Markt
Neuer Markt

Wir verlassen nun den Stadtkern und folgen der Hamerlingstraße bis zum Neuen Markt und treffen in der Bahnhofstraße wieder auf die Stadtmauer.



Fotos aufgenommen Juni 2009
Wandern im flachen GeländeRundwegKeine Beschilderung !Einkehrmöglichkeit in ZwettlFür Kinderwagen geeignet

Die Hamerlingstraße hält die Erinnerung an Robert Hamerling, den großen Dichter des Waldviertels, wach. Er war von 1840 bis 1844 Sängerknabe im Stift Zwettl und ist oft diese Straße gegangen. Auf halber Höhe kommen wir rechts bei einem alten Huf- und Wagenschmied vorbei, dessen Betrieb schon Jahre eingestellt ist. Das Haus selber und die Werkstätte sind noch erhalten, schlummern aber einen Dornröschenschlaf.

Am Neuen Markt angekommen, sehen wir rechts die Bürgerspitalskirche, der wir später noch einen Besuch abstatten.
Auf dem oberen Ende des neuen Marktes steht auf mehreren Sockeln die Sandsteinstatue des Auferstandenen, zum Himmel blickend, mit langem metallenem Kreuz in der Rechten. Die sicher einmal vorhanden gewesene Inschrift in der barocken Umrahmung auf dem Sockel ist der Verwitterung vollkommen zum Opfer gefallen.

Neuer Markt
Neuer Markt
Der Auferstandene
Der Auferstandene
Berggasse
Berggasse


Von hier aus führt uns die Berggasse hinauf zur Bahnhofstraße, wo wir wieder auf die Stadtmauer stoßen. Hier sieht man besonders schön wie dick die Mauer ist. 4Am rechten Eck steht noch der „Kesselbodenturm“ (früher „Sattigturm“). Er hat einen kreisförmigen Grundriss. Der wuchtige Wehrbau ist dreigeschossig. Das ehemals schindelgedeckte, gedrückte Kegeldach ist längst verfallen und in sich zusammengestürzt. Parallel zur Stadtmauer führt nun die Kesselbodengasse hinunter. Von hier sehen wir bereits den Schulturm.

Kesselbodenturm
Kesselbodenturm
Kesselbodenturm - im Hintergrund der Antonturm
Kesselbodenturm
Schulturm
Schulturm


Im Jahr 1200, als Herzog Leopold VI. „seinen Zwettler Bürgern“ die gleichen Rechte verlieh, die bereits die Kremser besaßen, erstreckte sich die Stadt Zwettl im Wesentlichen entlang der heutigen Landstraße vom Kampufer bis zur Weitraer Straße. In der Mitte dieser Siedlung weitete sich die Straße in einen großen, angerartigen Dreiecksplatz (heute Haupt- und Dreifaltigkeitsplatz). Der Ort war vermutlich bereits damals von einem Palisadenzaun umgeben. Vor 1229 kam es unter Hadmar III. und Heinrich III. von Kuenring zu einer bedeutenden Stadterweiterung: Im Norden wurde der Neue Markt angelegt, zugleich umgab man die gesamte Stadt mit einer festen Mauer. Diese wurde allerdings bereits 1231 während des Aufstandes gegen den Babenberger Herzog Friedrich II., den Streitbaren, zerstört, danach allerdings wieder aufgebaut. In den Jahren danach kam es immer wieder zu Umbauten an der Stadtmauer. Wesentliche Teile des heutigen Bestandes stammen aus der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts.
Schulturm und Teil der Stadtmauer
Schulturm
Bürgerspital
Bürgerspital
Bürgerspitalskirche
Bürgerspitalskirche

Doch zuvor biegen wir rechts in die Klosterstraße ein, werfen links wieder einen Blick auf die Stadtmauer und besuchen die Bürgerspitalskirche.

Die Bürgerspitalskirche entstand in den Jahren 1438-48 mit dem Neubau des Bürgerspitals innerhalb der Stadtmauern Zwettls, nachdem 1427 die Hussitten das damals außerhalb der Stadt gelegene Bürgerspital zerstörten. Der so neu entstandene Komplex besteht, von entsprechenden Veränderungen abgesehen, noch immer. Heute beherbergt der Bau, mit modernen Zubauten ergänzt, das Seniorenzentrum St. Martin.
Der Hochaltar, ein typisches Werk des Knorpelwerkstils (an der Predella ist er mit „1678“ bezeichnet), weist über Mensa und biedermeierklassizistischem tempelförmigem Tabernakel (1835) einen ädikulaförmigen Aufbau auf. Zwei Säulen rahmen das nazarenische Altarbild „Hlst. Dreifaltigkeit“. Ganz außen stehen auf Konsolen die Heiligenstatuen eines Papstes und eines Bischofs. Über einem geraden Gebälk wiederholt sich das Motiv des Hauptgeschosses mit einem Gemälde des hl. Martin, flankiert von zwei Engelsfiguren und bekrönt von einem Medaillon mit Marien-Monogramm und zwei Vasen.


Unser weiterer Weg führt uns in die Schulgasse, hinter die Bürgerspitalskirche, wo wir zwischen Seniorenzentrum und Hauptschule den Schulturm erkennen können.

Bürgerspitalskirche
Bürgerspitalskirche
Bürgerspitalskirche
Bürgerspitalskirche
Schulturm
Schulturm
Bürgerspitalskirche
Bürgerspitalskirche
Schulturm
Schulturm
Schulturm
Schulturm

5Der Schulturm, der die Nordostecke der Stadtbefestigung bildet und seine Namen von der auf dem gleichen Grundstück befindlichen Hauptschule erhalten hat, ist ein dreigeschossiger Wehrturm. Er ist nach dem Antonturm, unserem Wahrzeichen, sicher einer der imposantesten Türme der Stadt. Das Innere des Schulturmes birgt eine sehenswerte naturkundliche Sammlung von Mag. Gustav Schneider.

Unser Weg durch die Stadt Zwettl
Unser Weg durch die Stadt Zwettl

Beim nächsten Mal wandern wir hinunter zum Kamp, vorbei an der Ostseite der Stadtmauer bis zur Stadtpfarrkirche.

Der besondere TippDer besondere Tipp:
Mit der historischen „AGNES“ durch Zwettl.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.