>> Stadtrundgang – Teil 2 <<
Nachdem wir beim letzten Mal bei der Tourismusinformation Halt gemacht haben, die im „Alten Rathaus“ untergebracht ist, setzen wir nun unsere Stadtwanderung Richtung Stadtmauer fort. Zwettl gehört zu den Stadtmauerstädten Niederösterreichs.
Wir werfen einen letzten Blick auf das Dach des Rathausturmes. Die Turmspitze schmückt ein „Doppeladler“, das Symbol des alten Kaiserreiches Österreich. Wir kommen zum Dreifaltigkeitsplatz, wo wir links abbiegen und bei der Kreuzung die Kuenringerstraße hinunter zur Stadtmauer gehen. Zuvor werfen wir links einen Blick auf die Stadtpfarrkirche. Sowohl Dreifaltigkeitssäule, als auch Stadtpfarrkirche, werden wir auf unserem Rundgang noch besuchen.
Am Ende der kurzen Kuenringerstraße, die bei uns im Volksmund nur Postberg heißt, weil das rechte Gebäude die Post beherbergt, treffen wir auf die Promenade. Ihr neuer geheimer Name ist „Freizeitmeile“, hier liegen der Kinderspielplatz, im Winter ein Eislaufplatz, eine Skateranlage und am Ende das Zwettlbad. Hier biegen wir rechts ab, ohne die Brücke über die Zwettl zu überschreiten und sehen nach den Garagen das ehemalige Wohnhaus zur „Wichtlmühle“ (vormals „Turmmühle“), die auf der anderen Seite der Kuenringerstraße liegt und heute eine Tischlerei beherbergt. Sie war eine dreigängige Mühle und wurde im 14.Jahrhundert in einem Mauerturm der Stadt eingebaut. Sie gehörte der Stadt, die sie an einen „Stadtmüller“ verpachtete.
Unser weiterer Weg führt uns nun entlang der Stadtmauer zwischen der Zwettl und dem Mühlbach zum „Hofbauerturm“. Er ist ein dreigeschossiger, quadratischer Turm mit einem Pyramidendach. Der kleine Erker, der im zweiten Geschoß an der Südseite nahe der Stadtmauer hervorspringt, war ein Klosett, das hier ins Freie mündete.
An dieser Stelle möchten wir auf die unermüdlichen Stadtgärtner hinweisen und uns für ihre Arbeit und Einsatz für ein blühendes Zwettl bedanken.
Auf unserem weiteren Weg ist die Stadtmauer noch sehr gut erhalten und wird vom rechteckigen „Mauervorsprung“ verstärkt. In der Renaissancezeit wurde er mit Zierzinnen aus Ziegel und mit kleinen „Pfefferbüchsen“ an den Ecken ausgestattet.
Der „Antonturm“, der zum Wahrzeichen der Stadt Zwettl geworden ist, stammt in seiner heutigen Form aus dem 15.Jahrhundert, obwohl mit dem Bau der Stadtmauer bereits in der Zeit um 1230 begonnen wurde. Der Antonturm verstärkte die Nordwestecke der Stadtmauer in unmittelbarer Nähe des ehemaligen „Weitraer Tores“. Der Turm steht auf freiem Felsen oberhalb des Zwettltales, hat einen unregelmäßigen achteckigen Grundriss, drei Geschoße und wirkt trotz seiner bis zu zweieinhalb Meter dicken Mauern eher grazil. Die Mauerstärke ist in allen Stockwerken im stadtseitigen Teil wesentlich geringer, als im äußeren Turmbereich. Im hohen Ziegelwalmdach wirkt der unregelmäßige Grundriss des markanten Gebäudes nach.
Über die Talbergstiege, die es in dieser Form seit 2001 gibt, gelangt man vom Zwettltal beim Antonturm und der Stadtmauer vorbei in die Oberstadt. Am Weg hinauf kommen wir beim Ökumenischen Kreuz vorbei. Ein kurzer Abstecher bringt uns noch zur „Evangelischen Kirche“. Sie steht seit 1903 auf der Hammerleite und wurde von Georg Ritter von Schönerer gestiftet. Von hier kommen wir auf die Weitraer Straße und wenden uns wieder stadteinwärts. Kurz vor dem schon bekannten Antonturm sehen wir auf der linke Seite, durch Hecken fast versteckt, das Felthoferkreuz. Es ist nach seinem Stifter Simon Felthofer, einem vermögenden und angesehenen Tuchmacher aus Zwettl benannt. Er hat die Pest überlebt und im Jahre 1681 diese Votivsäule errichten lassen.

Nächstes Mal wandern wir die obere Landstraße hinunter bis zum Dreifaltigkeitsplatz.
Der besondere Tipp: Mit der historischen „AGNES“ durch Zwettl.

























