Wackelsteine werden weniger

Waldviertel
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ORF NÖDer ORF NÖ berichtet am 19.10.2012:

Die Wackelsteine und kleinere Steinformationen gehören zum Waldviertel und werden auch touristisch vermarktet. Es werden aber immer weniger, weil sie den Bauern im Weg sind und gesprengt werden – ein rechtlicher Graubereich. Jetzt wird erstmals gegen einen Bauern ermittelt.


Weiter kann man Folgendes lesen:

Wackelsteine, Restlinge und Findlinge sind Millionen von Jahren alt und gehören zum Postkartenidyll, mit dem das Waldviertel vermarktet wird. Auf den Wiesen und Feldern verschwanden sie fast zur Gänze, weil sie den Landwirten im Weg waren. Im Zuge der Technisierung wurden viele Steine vor 30 oder 40 Jahren gesprengt.

Die wenigen Steine, die es noch gibt, stören noch immer. „Wenn das so im Weg ist, können sie nicht dreimal drum herumfahren, wenn sie eine andere Spur wählen möchten. Natürlich ist es eine Erschwernis“, erklärt Bernhard Löscher von der Bezirksbauernkammer Zwettl die Bedenken der Bauern.



Waldviertel
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Bauern zur Erhaltung von Steinen verpflichtet

Jetzt sind offenbar die übrigen Steine auch in Gefahr. „Es gibt doch wieder einige Eingriffe, die vielleicht nicht so ganz legal sind“, sagt der Ökologe Karl Nadler. Die Steine sind mittlerweile geschützt. Die Bauern, die Förderungen für eine umweltgerechte Landwirtschaft beziehen, haben sich dazu verpflichtet. „Die Landschaftselemente-Erhaltungspflicht besagt, dass gewisse Bildungen wie Feldraine oder Steinbildungen von Bauern, die solche Förderungen entgegennehmen, erhalten werden müssen“, sagt Nadler.


© ORF NÖ
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Hoffentlich wird dieser Wahnsinn gänzlich eingestellt!

Will man die Steine trotzdem beseitigen, braucht man eine Genehmigung. In Mitterschlag (Bezirk Zwettl) wurde vor kurzem ein Restling gesprengt. Die Bezirkshauptmannschaft Zwettl prüft jetzt, ob ein Verstoß gegen ein Naturschutzgesetz vorliegt. Es droht eine Strafe in der Höhe von mehreren tausend Euro. Zum laufenden Verfahren will die BH aber nicht Stellung nehmen. Möglicherweise werden auch die Förderungen zurückverlangt. Die Sprengungen der historischen Steine könnten damit ein Ende haben.



Nachtrag aus der Zeitung Bezirksblätter mit einem scharfen Kommentar:

Sprengung war genehmigt

Doch der Aufschrei in den Medien wurde ohne Rechnung des Zwettler Bezirksbauernkammerobmannes Dietmar Hipp gemacht, der genau weiß, dass diese Aktion genehmigt, also auf legalem Wege erfolgt ist: „Leider wird die Region um Langschlag, wo es vermehrt solche Felsformationen gibt, im ORF so dargestellt, als wären diese Sprengungen an der Tagesordnung und alle illegal. Genau das Gegenteil ist aber der Fall“, ärgert sich Hipp. „Hier werden in nur ganz wenigen Ausnahmefällen (zwei im Jahr 2012) und nur nach Genehmigung von der Naturschutzabteilung solche Blöcke gesprengt und an geeigneter Stelle wieder aufgeschlichtet. Pseudonaturschützer, die einst beim Land NÖ beschäftigt waren und jetzt glauben, sie müssten sich wichtigmachen und in einer landwirtschaftlich absolut benachteiligten Region die Bauern in der Bewirtschaftung von Kulturlandschaft kriminalisieren, sind eindeutig fehl am Platz“, spricht Hipp Klartext.

One Comment

  1. richard kastner

    ein paar ergänzungen:
    es wurden heuer in der gemeinde langschlag etliche steine entfernt, wie verschiedenen quellen zu entnehmen war, nicht nur einer.
    die anti-naturschutz-verbalattacken vom lokalredakteur schabauer und vom bauernobmann hipp in der ausgabe 43 der bezirksblätter muss man sich anschaun – grauslich.
    zu bezweifeln ist, dass – wie im bezirksblatt gepoltert wird – die sprengungen bewilligt wurden. allerdings schlimm, wenn ja. dann geht das zukünftig sicher noch munterer weiter.

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