Skulpturenreiches Zwettl

>> Abseits der Tour <<

„Mutter und Kind“ von Josef Elter
Josef Elter
„Perseus mit dem Haupt der Medusa“ von Gerhard Lechner
Gerhard Lechner
„Die Lipizzaner-Skulptur“ von Linde Waber
Linde Waber


Skulpturen, die meisten von ihnen aus Stein geschaffen, stehen an zentralen Plätzen, so glauben viele. Skulpturen stehen aber auch dort, wo sie keiner vermutet, verstecken sich oft in Gärten, Parks und Höfen. Stehen sie schon lange am selben Platz, so werden sie von denjenigen, die täglich an ihnen vorbeikommen, gar nicht mehr wahrgenommen. Wir wollen mit diesem Umstand nun aufräumen und euch die Zwettler Skulpturen wieder näher bringen. Viele von ihnen stehen ohnehin unmittelbar, oder in der Nähe bekannter Wanderrouten. Ein kleiner Umweg der sich lohnt und die Tour bereichert.

In Zwettl gibt es einige Skulpturen von einheimischen Künstlern, diese wollen wir euch zuerst vorstellen.



„Mutter und Kind“ von Josef Elter

„Mutter und Kind“
von Josef Elter

Die 2,40 m hohe Skulptur aus Wachauer Marmor wurde anlässlich der Eröffnung der BHAK/HAS im Jahre 1980 von Dechant Josef Elter geschaffen und steht rechts vom Schuleingang.

Josef Elter wurde 1926 in in Kljajicevo, Batschka im ehemaligen Jugoslawien geboren. Nach dem Kriegsdienst kam er 1958 als Kaplan nach Traunstein, wo er bis zu seinem Tod 1997 blieb. Durch seine Arbeiten hat er sich im In- und Ausland große Anerkennung erworben.


Mag. Norbert Müllauer:

„Elters Gestaltungsform ist verwandt mit den Urformen menschlich schöpferischen Ausdrucks. In ihrer Verwandtschaft zu Gestaltungsformen primitiver Kulturen erscheint sie als archetypische und damit universale Ausdrucksform. In der Gestaltung christlicher Symbole überwindet er traditionelle Vorstellungsmuster, indem er Dinge und Motive aus seiner alltäglichen Erfahrung aufgreift und diese zu Symbolen verdichtet.“



„Perseus mit dem Haupt der Medusa“ von Gerhard Lechner

„Perseus mit dem Haupt der Medusa“
von Gerhard Lechner

Die 1,95 m hohe Skulptur aus italienischem Sandstein wurde 1992 von Gerhard Lechner geschaffen. Nach Ankauf durch die Stadtgemeinde wurde sie 1993 vor dem Gymnasium (links hinter der Bushaltestelle) aufgestellt.

Gerhard Lechner war Autodidakt wurde 1941 in Gleißenfeld (NÖ) geboren und wuchs in Zwettl auf. Er war viele Jahre bis zu seiner Pensionierung als Diplomsozialarbeiter tätig. Den Anfängen seiner künstlerischen Tätigkeit mit Malerei und Grafik folgte ab 1990 die Leidenschaft zur Bildhauerei. Er arbeitete mit den Materialen Holz, Stein und Metall.

Gerhard Lechner verstarb 2023.

Auf den Spuren von Gerhard Lechner durch Zwettl.


Mag. Norbert Müllauer:

„Perseus war der Sohn des Göttervaters Zeus und der Danae und tötete, von Polydektes ausgesandt, die Gorgone Medusa. Medusa war ein Ungeheuer, dessen Blick Menschen in Stein verwandelte. Mit dem Haupt der Medusa in der Tasche trat er den Heimweg an. Unterwegs befreite er Andromeda von einem Seeungeheuer und vermählte sich mit ihr. Dann befreite er seine Mutter von Polydektes, den er in Stein verwandelte, indem er ihm das Haupt der Medusa zeigte. Zurückgekehrt nach Griechenland tötete Perseus versehentlich seinen Großvater Akrisios mit einem Diskus.“



„Helfende und schützende Hände“ von Johannes Prinz

„Hilfe und Dank oder die Einheit“
von Johannes Prinz

Die Skulptur wurde vom damals 22-jährigen Zwettler Johannes Prinz für die Eröffnung des Caritas-Tagesheim im Jahr 1983 in einjähriger Arbeit gefertigt.

Durch Hilfe werden wir uns der gegenseitigen Abhängigkeit bewusst, und durch Dank erkennen wir die Schönheit dieser Abhängigkeit an. Diese beiden Elemente sind nicht voneinander zu trennen – sie sind die zwei Seiten einer Medaille, die das menschliche Miteinander prägt. In ihrer Verbindung offenbart sich die Einheit des Seins – die Erkenntnis, dass wir alle Teil eines größeren Ganzen sind, das nur im Miteinander seine volle Bedeutung entfalten kann. Das Ganze ist aber mehr als die Summe seiner Teile. Hilfe und Dank sind lebendige Beweise dafür. Sie zeigen uns, dass die wahre Bedeutung des Lebens nicht in der Isolation, sondern in der Verbindung liegt, dass die höchste Form des Seins in der Einheit zu finden ist, die durch den Austausch von Geben und Empfangen entsteht.

Hilfe und Dankbarkeit können als soziale Tugenden verstanden werden, die dazu beitragen, das Vertrauen und die Kooperation innerhalb einer Gemeinschaft zu stärken, was letztlich zur sozialen Einheit führt.

Die etwa zwei Meter hohe Plastik aus einem Stahlgerüst und glasfaserverstärktem Polyester hat einen neuen Standort in der Promenade gefunden.

Johannes Prinz ist 1961 in Zwettl geboren.



„Schaufelstrauch“ von Jürgen Engelmayr
„Schaufelstrauch“ von Jürgen Engelmayr

„Schaufelstrauch“
von Jürgen Engelmayr

Bei der Ausstellung „Back in town“ präsentierte Jürgen Engelmayr im Sommer 2023 bei der Kunstschmiede Fürst am Hammerweg Lampen, Skulpturen und Bilder.

Der Strauch wurde aus Alteisen ausgeführt:
Sockel: altes Wagenrad, Blütenstängel: Alteisen und Rohre genickt und verschweißt,
Blüten: Kohlenschaufeln und Teile eines alten Pfluges, Blätter: Flacheisen geknickt und beweglich,
Zentrum: 3 Gartenschaufeln

Jürgen Engelmayr ist 1971 in Zwettl geborene. Er lebt und arbeitet heute als Autodidakt vorzugsweise im Alten Bahnhof in Pulkau, welchen er zu seinem Atelier umgebaut hat. Zu seinen bevorzugten Arbeitsmaterialien zählen Eisen, Holz, Aluminium, Acryl, Stahl, Glas, Acryllacke und Ölfarben.



„Die Lipizzaner-Skulptur“ von Linde Waber

„Die Lipizzaner-Skulptur“
von Linde Waber

62 von Künstlern individuell gestaltete, lebensgroße Lipizzaner-Skulpturen waren von Juli bis Oktober 2003 im Rahmen der Kunstaktion „lipizzaner art“ in der Wiener Innenstadt ausgestellt. Auf Initiative des Kiwanisclubs Zwettl-Schwarzalm wurde eine dieser Skulpturen von der bekannten Künstlerin Linde Waber gestaltet und in Zwettl hinter der Bezirkshauptmannschaft aufgestellt. Die Skulptur stand im Mittelpunkt einer Charity-Aktion, deren Erlös unschuldig in Not geratenen Kindern im Bezirk Zwettl zugute kam.

Linde Waber wurde im Jahre 1940 in Zwettl geboren und studierte an der Akademie der Bildenden Künste in Wien.



In den Jahren 1988 und 1991 fanden Bildhauerwochen statt, bei denen Künstler auf dem Dreifaltigkeitsplatz in Zwettl öffentlich ihre Werke gestalteten. Auch diese Werke sind in der Stadt zu besichtigen.

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