>> Länge: 5,3 km | Höhe: 100 m | Dauer: 01:20 <<
Heute sind wir in Etzen. Dieser kleine Ort liegt zwischen Zwettl und Groß Gerungs. Er gehört zur Kleinregion Waldviertler Hochland, einem Hochplateau der Böhmischen Masse, das sich bis zur Grenze zum oberösterreichischen Mühlviertel erstreckt. Die Region ist dünn besiedelt. Rund die Hälfte ist Wald. Es überwiegen vor allem Fichten und Kiefern. Die überwiegende landwirtschaftliche Kulturform ist das Grünland, daneben findet man Feldfrüchte wie Kartoffeln, Gerste und Roggen. Obstbau ist aufgrund der ungeschützten Höhenlage nur eingeschränkt möglich. Typisch für die sanften Hochflächen im Waldviertler Hochland sind die Steinformationen, Felsburgen und Granitblöcke, die überall zu finden sind.
Der Sommer ist geprägt von angenehmen Temperaturen mit kühlen Nächten, von September bis Mai sind Nachtfröste möglich, sogenannte Tropennächte über 20° Grad sind noch eine Seltenheit. Die Winter sind kalt mit milden Phasen und wenig Nebel, daraus ergeben sich überdurchschnittlich viele Sonnenstunden. Und so ist es nicht verwunderlich, dass heute zum Frühlingsbeginn herrliches Wanderwetter herrscht.
Wir starten vom Parkplatz vor dem Gasthaus Mathe und folgen dem Wanderwegweiser Steinpyramide-Wanderweg 30 Richtung Norden. Es geht ständig leicht bergauf. Der linker Hand liegende Reithof bildet das Ortsende. Kurz darauf geht es geradeaus weiter. Der weitere sandige Weg folgt meistens dem Waldrand.
Wir sind nun in der Katastralgemeinde Ober Neustift unterwegs. Das Gebiet gehört seit jeher zum Einflussbereich der Herrschaft Rosenau. In diesem „Rosenauerwald“ setzt vermutlich bereits im 16. Jahrhundert eine rege Rodungstätigkeit ein. Im Urbar der Herrschaft Rosenau aus dem Jahre 1569 werden neben dem öden Schloss bereits zahlreiche „Reuther“ (gerodete Grundflächen) im „Rosenawer Wald“ genannt, die an Untertanen verkauft werden und von diesen Zehente zu leisten sind. Auf diesen Flächen werden vermutlich Ende des 17. Jahrhunderts einfache Häuser errichtet. Diese werden Waldhütten oder Waldreuther genannt. Die – wie der Name verrät – „neu gestifteten Häuser“, die nach ihrer Lage nach in „obere“ und „niedere“ „neu gestiftete“ Häuser eingeteilt werden, scheinen erstmals im Grundbuch der Herrschaft Rosenau um das Jahr 1700 auf. Diese Streusiedlung ist noch heute erhalten.
An der höchsten Stelle der Streusiedlung steht die Kapelle Ober Neustift, vermutlich aus dem Jahre 1885. Die Jahreszahl ist im steinernen Türüberleger eingemeißelt. Gegenüber liegt das Pferdezentrum. Hier biegen wir scharf rechts ab und folgen nun den Markierungen des Waldvierter Kulturpfades 665 zurück nach Etzen.
Kurz darauf geht es hinunter in eine breite Talmulde. Hier steht ein blau bemaltes Haus samt Teich. Es war der Rückzugsort des Herbert Achternbusch (* 23. November 1938 als Herbert Schild in München; † 10. Januar 2022 ebenda) einem deutschen Schriftsteller, Filmregisseur und Maler. Ein ehemaliges Forsthaus aus dem 18. Jahrhundert hat er dort zu einem schrägen Kunstwerk umgestaltet. Hier entstehen Skulpturen aus Lärchenholz. Gemalt wird nur in München verrät Achternbusch einer Journalistin.
Vom Bergrücken reicht der Blick bis Zwettl. Beim gemauerten Bildstock zweigen wir geradeaus in den Wald ab und erreichen kurz darauf wieder die schmale Straße, wo wir rechts abbiegen.
Beim Hochspannungsmast geht es nach links und weiter zum Ausgangspunkt.
























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