Neubau der Fußgänger- und Radwegbrücke über den Kamp

PROTOKOLL vom 26. September 2023 über die öffentliche Sitzung des Gemeinderates der Stadtgemeinde Zwettl-Niederösterreich

Brücke

Die Fußgänger- und Radwegbrücke über den Kamp in Stift Zwettl, welche sich unmittelbar flussaufwärts der romanischen Steinbrücke (Landesstraße L8245) befindet, wurde im Jahr 1996 im Auftrag des Landes Niederösterreich als Holzbogenbrücke errichtet.

Sie diente damals in erster Linie als Behelfs- bzw. Ausweichbrücke während der Sanierung der romanischen Landesstraßenbrücke und später eben als Fußgänger- und Radwegbrücke, da der Gehsteig entlang der historischen Brücke rückgebaut wurde. Im Vorfeld der Errichtung wurde per Gemeinderatsbeschluss vom 20. September 1995, TOP 13, bereits die Übernahme der Brücke in die Verwaltung und Erhaltung der Stadtgemeinde genehmigt.

Aufgrund des Alters und des damals gewählten Baustoffes Holz in Verbindung mit der Konstruktionsart weist die Brücke einen mäßigen Gesamtzustand auf, wodurch ein konkreter
Sanierungsbedarf gegeben ist. Im Zuge von Vorgesprächen mit einem Ziviltechniker und einer darauffolgenden oberflächlichen Prüfung hat sich herausgestellt, dass die wirtschaftlich sinnvollste Lösung in einem Neubau der Brücke besteht, da sich die Schäden mittlerweile auch auf die Primärkonstruktion (Haupttragwerk) ausgedehnt haben.

Der Neubau soll sich hinsichtlich Konstruktionsart und Optik (Bogenbrücke) wieder an den Bestand anlehnen, das Haupttragwerk und das Geländer sollen jedoch aus Stahl errichtet werden um eine merklich höhere Lebensdauer des Bauwerkes zu erreichen. Den Brückenbelag sollen wiederum Holzbohlen, die leicht getauscht werden können, bilden. Die Widerlager der Brücke sollen bestehen bleiben und müssen lediglich geringfügig für den neuen Stahlbogenträger adaptiert werden.

Eine Baudurchführung wird für Herbst 2024 angestrebt.

Die Kosten für den Brückenneubau inklusive Abbruch des bestehenden Tragwerkes und der Planungsleistungen wurden auf Grundlage eines konstruktiven Vorentwurfes auf ca. € 200.000,00 inkl. USt. geschätzt.

Das Bauvorhaben wurde im Rahmen des grenzüberschreitenden Vernetzungsprojekt „CisterScapes“ als INTERREG-Projekt zur Förderung eingereicht. Bei positiver Beurteilung des Förderantrages kann mit einer Förderquote von 80% der Projektkosten gerechnet werden.


Bereits seit 2018 ist die Stadtgemeinde Zwettl-NÖ gemeinsam mit dem Stift Zwettl gleichberechtigter Partner im Projekt „Cisterscapes connecting Europe“. Am 29. Juni 2021 fasste der Gemeinderat der Stadtgemeinde Zwettl-NÖ den einstimmigen Grundsatzbeschluss, sich am Projekt „Cisterscapes connecting Europe“ weiterhin als Projektpartner zu beteiligen, sofern das Europäische Kulturerbesiegel an die Zisterziensische Klosterlandschaft verliehen wird und sich das Kloster Zwettl an diesem Projekt ebenfalls beteiligt. Das internationale Projekt, in dem 17 Partnerstätten (unter ihnen Zwettl) in sechs Europäischen Ländern kooperieren, setzt sich intensiv mit der Zisterziensischen Klosterlandschaft auseinander und wurde am 17. April 2024 mit dem Europäischen Kulturerbesiegel ausgezeichnet. Damit sind beide Voraussetzungen des Grundsatzbeschlusses aus dem Jahr 2021 erfüllt.


Am 30. November 2023 reichte die Stadtgemeinde Zwettl-NÖ gemeinsam mit dem Stift Zwettl und den Klöstern Vyšší Brod und Žďár nad Sazavou, die alle Cisterscapes Partner
sind, ein Interreg-Projekt ein. Die Förderzuge für das Projekt „ATCZ00007 – CISTERS-CAPES VB-ZW-ZnS“ erfolgte am 4. April 2024. Das Projekt wird im Zeitraum 1. Dezember 2023 bis 30. November 2026 umgesetzt.

Für im Zuge des INTERREG-Projekts umgesetzte Maßnahmen ist eine Vorfinanzierung notwendig. 80 % der Ausgaben werden von INTERREG im Nachhinein gefördert. Das Gesamtvolumen des INTERREG-Projekts für den Projektpartner Stadtgemeinde Zwettl-NÖ beträgt € 645.223,09. Große Vorhaben, die im Zuge des INTERREG-Projekts von der Stadtgemeinde Zwettl-NÖ umgesetzt werden sollen, sind die Erneuerung der Fußgänger- und Radfahrerbrücke im Stift Zwettl (Gemeinderatsbeschluss 26.09.2023) sowie die Installation eines Besucherzentrums im Alten Rathaus. Weiters werden kleinere Projekte umgesetzt wie die Erneuerung des Belags der Brücke bei der Gschwendtmühle und Informationstafeln an Wander- und Radwegen.


Es sollte ein weiteres Jahr ins Land ziehen, bis die Brücke erneuert wird.

Am 29.Oktober 2025 ist es dann soweit. Am Vormittag wird die alte Holzbrücke mit einem Kran vom Fundament gehoben. Die neue Stahlbogenbrücke wird neben dem Standort zusammengebaut und am Nachmittag auf ihren Standort gehoben. In den folgenden Tagen werden die Holzbohlen montiert und anschließend das Geländer fertiggestellt.

Brücke
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Die Stahlbogenbrücke mit einer Länge von 27,421 Meter wird von der Firma Stundner Stahl- & Metallbau gefertigt und errichtet.


Über den Steg führt:
Der Bernhardiweg im Waldviertel

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