Hadmar II., der Albero III. folgte, zeigte sich sehr wohltätig dem Kloster gegenüber. Unter Abt Wolfing stiftete er ein Armenspital für 30 Arme und zehn Bedienstete.
Die Bestätigung dieser Armenstiftung erfolgte durch Bischof Wolfker von Passau im Jahre 1197.
Nach dem Tod Hadmars II., so berichtet das Stiftungenbuch, wurde auf Bitten seiner Gattin Euphemia 1217 das Spital vom Konventgarten auf den Platz vor der ersten Klosterpforte verlegt. 1218 wurde die Spitalskirche geweiht, „um leichteren Zugang zu haben, um Arme und Kranke zu trösten“.
Ein Kupferstich aus dem Jahre 1672 von Georg Matthäus Vischer zeigt die Kapelle ganz links.
Die Spitalskirche ist der Heiligen Maria geweiht. Man bezeichnete sie als „Kapelle der seligen Jungfrau im Hospital außerhalb der Pforte“.
Es ist eine einfache Saalkirche mit eingezogener halbrunder Apsis. Südseitig gibt es drei Rundbogenfenster. Innen sieht man eine flache barocke Stuckdecke mit Medaillons.
An der Wand hängt ein Leinwandbild mit der Darstellung Maria Verkündigung aus dem Jahre 1730.
Anlässlich von Renovierungsarbeiten 1966/67 wurde ein Aufgang vom Süden her über eine Stiege hergestellt. Das an die Pfortenkapelle angebaute Spitalgebäude ist durch eine westliche Verbindungstür erreichbar. Die ersten Ansichten des Spitalgebäudes zeigen es noch zur Zeit des Abtes Bernhard Linck als ein mit der Kirche auf gleiche Höhe gezogenes und durch ein gemeinsames Dach geschütztes Gebäude (zweigeschoßig). Durch die Hussiten wurde das Hospital 1427 niedergebrannt und 1486 durch einen Brand zerstört.
Die Spitalskirche wird traditionell als „Winterkirche“ verwendet, wenn die Stiftskirche „Winterpause“ hat.
In den Jahren 2021 bis 2025 gab es großzügige Renovierungsarbeiten.
Auch wenn die Untersuchungen am Bau der Spitalkirche die Entstehung des Gebäudes aktuell in die Zeit um 1250 verlegen, stand die Kapelle über Jahrhunderte in Verbindung mit einer wohltätigen Stiftung, bei der – bis nach dem 2. Weltkrieg – Alte und Bedürftige aus der Umgebung ihren gesicherten Lebensabend verbringen konnten. Überhaupt lässt sich sagen, dass die Renovierung viel Neues zum alten Gebäude zutage gefördert hat.
Dachstuhl und Bausubstanz wurden penibel untersucht und mit naturwissenschaftlichen Methoden datiert. So steht fest, dass der Dachstuhl großteils in der Zeit des berühmten Abtes Bernhard Linck in der Mitte des 17. Jahrhunderts entstand. Aus dieser Zeit wurde im Dachbodenbereich auch ein schöner Stuckfries entdeckt, der für etwa hundert Jahre den Kirchenraum nach oben hin abschloss. Erst danach entstand die bis heute bestehende, barocke Stuckdecke, die sich mit ihren zurückhaltenden Ornamenten und dem eleganten Weiß dezent in den romanischen Kirchenraum einfügt.
Beeindruckend ist die neue Verglasung der Fenster. Diese – vorher durchsichtig – wurden von Bruder Thomas aus dem Europakloster Gut Aich gestaltet. „Ich habe mir ein Pfingstmotiv gewünscht, dieses zeigt den Heiligen Geist, ein Flammenmotiv“, erzählt Abt Johannes Maria Szypulski.
Stolz ist er auch auf den neuen Komfort, den eine barrierefreie Rampe von der Parkplatz-Seite bietet. Nun wird es für die Bestatter leichter, wenn Andachten für Verstorbene abgehalten werden, und auch ist die Kirche nun bequem mit Rollator, Rollstuhl und Kinderwagen vom Hinterhof erreichbar.
Moderne trifft auf romanischen Ursprung.
Auch sei es wichtig gewesen, das ursprünglich Romanische der Kirche zu erhalten, so wurde der original romanische Altar wieder aufgebaut.
Die neuen Bankreihen sind laut Pater Bernhard aus Eichenholz gefertigt, das in den Stiftswäldern geschlägert wurde. Für Komfort im Winter sorgen Infrarotheizungen in den Bankreihen. Eine Fußbodenheizung war aufgrund der historischen Bodenbeschaffenheit und Auflagen des Denkmalschutzes nicht möglich, bedauert Abt Johannes, daher wurden die bestehenden Heizkörper nur erneuert. Der historische Fußboden konnte nicht restauriert werden und erhielt eine Auflage aus Steinfliesen.
Die Spitalkirche soll jungen Menschen für Jugendgottesdienste zur Verfügung stehen, daher war es Pater Bernhard wichtig, eine optimale Akustikanlage zu installieren. „Die Herausforderung in der Spitalkirche ist nämlich der Hall“, so Pater Bernhard. Daher werden in den Gängen Teppiche aufgelegt und die Sitzbänke mit Sitzauflagen ausgestattet, was den Hall schlucken soll.
Die Akustikanlage ist so konzipiert, dass sie für Sprach- und Musikverstärkung geeignet ist. „Daher sind die Boxen etwas größer, um die Musik gut herauszubringen“, so Pater Bernhard. Gesteuert werde das Mischpult nun via Laptop aus der letzten Bankreihe.
Nun sei die Spitalkirche für alle Formen von Feierlichkeiten bestens gerüstet.
Eine Grafik von Weeser-Krell aus dem Jahre 1908 zeigt die Kirche noch ohne Stiegenaufgang.
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