Ursprünglich gab es auf dem Burghügel eine Burgkapelle die dem Heiligen Sebastian geweiht war. Die Siedlung wurde 1217 erstmals genannt und war Sitz eines kuenringischen Lehensritters. Die Burg wurde Ende des 13. Jahrhunderts zerstört.
Unterhalb der Berglehne wurden eine Dorfkapelle und Filialkirche, ebenfalls mit dem Patrozinium Heiliger Sebastian erbaut.
Bereits im Jahre 1634, als im Raum Zwettl die Pest ausbrach, initiierte Abt Martin mit seinem Konvent vom Stift Zwettl eine Wallfahrt nach Siebenlinden, dessen Kirche dem Heiligen Sebastian geweiht war, dem Schutzpatron gegen die Pest.
Unter Abt Bernhard Linck wurde 1651 die Pfarre Waldenstein dem Kloster inkorporiert, allerdings ein Jahrhundert später gegen Gobelsburg ausgetauscht. 1662 wurde die Filiale Siebenlinden von Schweiggers getrennt, für die nun der Neubau einer Kirche notwendig wurde, die Sebastian-Kirche.
Die im Kern romanische und durch Umbau im 15. Jahrhundert nun gotische Kirche wurde 1662 barockisiert. Nordseitig am Chor wurde eine barocke tonnengewölbte Sakristei angebaut.
Die ursprüngliche Burgkapelle auf dem Burghügel wurde nach 1782 endgültig abgetragen.
Das Langhaus der neuen Kirche wurde 1784 verändert und eine Glocke angeschafft.
Im Zuge der Erhebung zur eigenständigen Pfarre im Jahre 1784 wurde die Pfarrkirche Siebenlinden im Waldviertel dem Heiligen Jakobus dem Älteren geweiht. Die Pfarrkirche ist eine Patronatskirche vom Stift Zwettl und gehört zum Dekanat Gmünd in der Diözese St. Pölten.
1911 wurde die Kirche renoviert.
1971 wurden der Altarraum neu gestaltet, der Volksaltar aufgestellt und die Kanzel aus der Kirche entfernt.
Am 23. Mai 1971 wurden das Geläute elektrifiziert und die Glockenaufhängung erneuert.
In den Jahren 1977/78 erfolgte die neuerliche Renovierung der Pfarrkirche.
Man steigt die Stiegen zur Kirche hinauf. Auf dem Vorplatz stehen sieben Linden. Auf der Langhaussüdwand sieht man ein Gewände eines romanischen Rundbogenfensters aus dem 13. Jahrhundert mit Rötelquadrierung. Man betritt das Gotteshaus entweder von Süden durch einen Vorraum oder von Westen durch ein gotisches Schulterbogenportal aus Granit.
Das dreijochige Langhaus wurde barockisiert und 1662 mit einer Stichkappentonne überwölbt und hat hochliegende barocke Rundbogenfenster. Der Boden ist mit Granitplatten ausgelegt und steigt Richtung Chor etwas an. Man merkt es beim Gehen! Der Mittelgang führt bis zum Chor. Links und rechts befinden sich Sitzbänke, die bis zur Wand reichen, nur unterbrochen vom seitlichen Eingang. Der einjochige quadratische Chor mit einem 3/8-Schluss hat ein Kreuzgratgewölbe mit Stuckleisten und einem Stuckschlussstein um 1660. Aus gotischer Zeit ist die kleine Sakramentsnische aus Granit neben dem Volksaltar erhalten geblieben.
Die Deckenmalerei aus der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts, 1875 und 1911 renoviert, zeigt Darstellungen aus dem Alten Testament. In runden Malereien sieht man Psalmen mit dürstenden Vögeln und Hirsch sowie die Apokalypse mit Engelsturz und Lamm Gottes.
Den neugotischen Hochaltar als Schrein mit Gesprenge schuf Josef Andergassen aus Hall in Tirol (1897) und trägt die Mittelfigur des Heiligen Jakobus des Älteren und zwei Seitenreliefs.
Links sieht man den Heiligen Antonius von Padua mit dem Jesuskind.
Rechts befindet sich der Heilige Bernhard von Clairvaux, wie er die Instrumente der Passion Christi (Kreuz, Lanze, Nägel, Dornenkrone) hält. Als Kirchenlehrer, Theologe und Schriftsteller hält er mit der anderen Hand ein Buch.
Links vom Altar steht auf einem Podest der Heilige Rochus von Montpellier, der als Schutzpatron gegen die Pest angerufen wird. Dargestellt wird er als Pilger mit Hut, Pilgerstab und Pestmal am Oberschenkel, auf das er durch Entblößen hinweist. Die Statue stammt aus dem Pestaltar der Zwettler Stiftskirche, die 1882 abgetragen wurde. Sie kam 1912 nach Siebenlinden.
Rechts gegenüber steht der Heilige Sebastian an einen Baumstamm gebunden, während er von Pfeilen durchbohrt wird. Sebastianspfeile trug man früher als Schutz gegen die Pest – die „anfliegende Krankheit“, die der Volksmeinung zufolge von Dämonen durch geheimnisvolle Pfeile hervorgerufen wurde. Die Figur stammt aus der abgebrochenen Sebastianskapelle.
Die zwei kleineren Statuen stellen links den Heiligen Florian und rechts den Heiligen Leonhard dar.
Der Heilige Florian wird traditionell als römischer Soldat in Rüstung mit einem Speer dargestellt, der Wasser aus einem Eimer auf ein brennendes Haus gießt.
Den Heilige Leonhard von Noblat erkennt man an den Ketten, die er in der Hand hält.
Im Langhaus stehen eine Herz Jesus Statue, eine Herz Maria Statue und eine Statue der Heiligen Anna mit ihrer Tochter Maria, auch als „Anna selbdritt“ bezeichnet.
Die Orgelempore wird von drei Spitzbogenarkaden auf Achtseitpfeilern getragen. Den Abschluss bildet eine Holzbrüstung. Die Orgel gebaut von Franz Jüstel aus Böhmisch Krumau im Jahre 1868 ist etwas vorgesetzt.
Vor den Pfeilern ruht links der Heilige Aloisius von Gonzaga, meist als junger, andächtiger Jesuit in Soutane und Rochett (weißes Priestergewand) dargestellt, in der Hand eine Lilie haltend. Rechts steht der Heilige Leopold. Leopold III. der Fromme, war Markgraf von Österreich und Klostergründer (* um 1073 in Melk, † 15. November 1136 bei Klosterneuburg).


























