Die Pfarrkirche in Schweiggers

Kirche Schweiggers

Am Westende des geräumigen Marktplatzes steht auf dem Steilhang über der Thaya, umgeben vom Friedhof, der stattliche Kirchenbau mit besonders deutlicher stilistischer Ausprägung der aus verschiedenen Epochen stammenden Bauteile.

Der ursprüngliche Bau geht auf Albero von Kuenring zurück und ist vor 1157 wahrscheinlich als einschiffige, flachgedeckte Wehrkirche mit romanischem Langschiff, dem wuchtigen Ostturm und dem Presbyterium mit anschließender Apsis erbaut worden. Ähnliche Kirchenanlagen findet man im gesamten ehemaligen Herrschaftsgebiet der Kuenringer. Die Kirche erfuhr im Laufe der Zeit mehrere Umgestaltungen und Erweiterungen.

Mit einer Urkunde vom 9. Juni 1319 bestätigte man den Verkauf der Pfarrkirche an das Kloster Zwettl, dem die Pfarre 1443 endgültig inkorporiert wurde. Seit damals stellen die Zisterzienser von Zwettl den Pfarrer.

Bei der heutigen Kirche, die dem Heiligen Ägidius geweiht ist, dominiert der in der Mitte stehende wuchtige, spätromanische Turm der ehemaligen Chorturmkirche. Über einem Dreiecksgiebelkranz aus dem Jahre 1886 erhebt sich ein neugotischer steiler achtseitiger Pyramidenhelm. Am Turm befinden sich neugotische spitzbogige Schallfenster im Glockengeschoß. Im Turm hängen vier Glocken. Zwei Glocken wurden von Simon Urndorfer von Steyr in den Jahren 1643 und 1667 gegossen. Zweit weitere kamen 1955 hinzu.

Daran schließt ostseitig der spätgotische Chorraum. Dann folgt die stirnseitig vorgebaute spätbarocke Sakristei mit hübschem, geschwungenem Ostgiebel.

An der Südseite sehen wir den spätgotischen Sakristeianbau (alte Sakristei).

An der Nordseite befindet sich die ehemalige Totenkammer aus dem 19. Jahrhundert.

An der Westseite schließt an den Turm das spätromanische, gotisch veränderte Langhaus mit südseitig abgerundetem Treppenturm aus dem Jahre 1846 an. Die westliche Seite der Kirche schließt mit einem Vollgiebel und Rundbogenfenstern zwischen verschieden abgestuften, barocken Stützpfeilern ab.


Fotos 2025/2026
Abseits der Tour

Kirche Schweiggers

Man betritt die Pfarrkirche entweder beim Haupteingang direkt in das Langhaus oder bei der alten Sakristei.

Das Kircheninnere zeigt ein dreischiffiges, vierjochiges Langhaus. Das breitere Mittelschiff und die Seitenschiffe haben Kreuzrippengewölbe auf Achtseitpfeilern bzw. halbachteckigen Wandvorlagen mit Ringkapitellen und mit runden sternförmig reliefierten Schlusssteinen. Die Quader- und Fugenmalerei entstand zwischen 1430 und 1500.

Der Hochaltar wurde von einem kunstfertigen Laienbruder des Stiftes Zwettl um 1770 angefertigt. Er hat einen Säulen- und Pilasteraufbau mit einem geschwungenen Volutenaufsatz und Opfergangsportalen. Das Altarblatt zeigt den Tod des Heiligen Ägydius von Martin Johann Schmidt aus dem Jahre 1770. Das Oberbild von Martin Johann Schmidt ist der Heiligen Dreifaltigkeit gewidmet.


Kirche Schweiggers

Links steht Benedikt von Nursia, der die berühmten Mönchsregeln verfasste, die im Spruch „Ora et labora“ zusammengefasst werden. Auch die Zisterzienser leben nach dieser Ordensregel. Die Schlange im Kelch soll auf das Gift hinweisen, mit dem er getötet werden sollte.

Kirche Schweiggers
Kirche Schweiggers

Rechts finden wir den berühmtesten Zisterzienser, Abt Bernhard von Clairvaux, der großen Einfluss auf die Kirche und das Ordensleben im 12. Jahrhundert ausübte. Er wird mit dem Kreuz und den Leidenswerkzeugen dargestellt.


Die hohen Rundbogenfenster im Chor sind den vier Evangelisten Matthäus, Lukas, Johannes und Markus gewidmet. Sie werden in der christlichen Ikonografie seit dem 4. Jahrhundert durch vier geflügelte Symbole dargestellt. Die häufigste Zuordnung seither lautet: Ein Mensch versinnbildlicht Matthäus, der Stier Lukas, der Adler Johannes und der Löwe Markus.

Kirche Schweiggers
Kirche Schweiggers
Kirche Schweiggers
Kirche Schweiggers


Kirche Schweiggers
Kirche Schweiggers

Das Turmerdgeschoß wird mit Rundbögen abgeschlossen. Links steht die Statue des Heiligen Sebastian. Er wird typischerweise entblößt, von Pfeilen durchbohrt und an einen Baum oder Pfosten gebunden dargestellt. Rechts sieht man den Heiligen Rochus mit Pilgerstab und Pestmal am Oberschenkel.

Kirche Schweiggers


Die Rokokokanzel stammt aus der Zeit um 1770. Gegenüber hängt ein Holzkreuz mit Kruzifix aus dem späten 18. Jahrhundert.

Das einzigartige romanische Taufbecken aus 1180-1200 ist das kunsthistorisch wertvollste Stück in der Kirche. Es ist aus Granit gefertigt und eine wuchtige Halbkugelschale, die oben in ein Zwölfeck übergeht. Sie ruht auf vier stilisierten Löwenköpfen, unter denen kleinere Dämonenköpfe sichtbar sind.

Kirche Schweiggers
Kirche Schweiggers
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Kirche Schweiggers

Schon beim Abtragen der zwei barocken Seitenaltäre 1888 und 1893 wurde festgestellt, dass sich hinter den Altären alte Wandfresken befinden. Im Jahre 1965 mussten die beiden neugotischen Altäre an denselben Plätzen abgetragen werden und die Freskenmalereien traten wieder ans Tageslicht. Sie waren in keinem guten Zustand.
Eine Restaurierung mit Hilfe des Budesdenkmalamtes in Wien konnte die ärgsten Schäden beheben.

Das Fresko im Abschlussteil des nördlichen (linken) Seitenschiffes zeigt die Kreuzigungsgruppe: Jesus am Kreuz, Maria und den Apostel Johannes. Es stammt aus der Mitte des 14. Jahrhunderts und somit noch vor der Kirchenzerstörung durch die Hussiten 1427. Am rechten unteren Rand des Bildes sind deutliche Brand- und Rußspuren zu erkennen. Die brennenden Stücke der hölzernen Flachdecke, die früher das romanische Langschiff überspannten, fielen herunter und beschädigten die Mauern und Malereien.


Kirche Schweiggers
Kirche Schweiggers

Das Fresko im gegenüberliegenden südlichen Seitenschiff stammt hingegen erst aus der Zeit um 1430, als der Wiederaufbau der Kirche nach dem Brand von 1427 begonnen wurde. Es zeigt fünf heilige Frauen, nämlich: Maria Magdalena, Barbara, Margaretha, Katharina und die Kaiserin Helena mit dem Kreuze.

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Kirche Schweiggers
Kirche Schweiggers

Im Langhaus befinden sich eine Herz Jesus Statue und eine Statue des Heiligen Josef mit dem Jesuskind.

Die figurale Glasmalerei in ornamentalen Rahmungen aus dem Jahre 1921 zeigen die Heiligen Ambrosius, Augustinus, Gregor und Hieronymus.


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Die Orgel an der Emporenbrüstung von 1740 ist ein Werk von Gregor Hradetzky 1975 mit 10 Registern.

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