Die römisch-katholische Pfarrkirche Sallingstadt steht am südlichen Rand des Angers von Sallingstadt und ist dem Hl. Martin von Tours geweiht. Sie ist vom Friedhof und einer Mauer umgeben. Die romanische Ostturmkirche aus dem 13. Jahrhundert schließt an einen älteren romanischen Kapellenbau an. Der spätgotische Umbau erfolgte nach einem Brand 1427 in der Mitte des 15. Jahrhunderts.
Das Kirchenäußere zeigt ein Langhaus aus dem Ende des 13. Jahrhunderts mit einer schlichten glatten Giebelfront und barocken Rundbogenfenstern von 1685. Im Osten anschließend steht der wuchtige querrechteckige Turm gleichfalls aus dem Ende des 13. Jahrhunderts unter einem Schopfwalmdach, er hat vier gekuppelte Rundbogenfenster mit Blattkapitellen. Östlich des Turmes steht in gleicher Breite der Rechteckchor unter einem Satteldach, als ehemalige Kapelle des 12. Jahrhunderts, östlich mit einem vermauerten romanischen Fenster in einer Trichterlaibung und im Norden und Süden mit einem barocken Rundbogenfenster. Der niedrige Sakristeianbau aus dem 15. Jahrhundert befindet sich südlich am Turm unter einem Pultdach.
Man betritt die Kirche durch den Friedhof von der Südseite. Das Langhaus wurde nach dem Brand von 1427 zu einer zweischiffigen, vierjochigen Halle mit Kreuzrippengewölbe auf Achtseitpfeilern umgebaut. Diese drei Pfeiler mit unterschiedlich großen Segmenten prägen das Kircheninnere. Der breite Mittelgang wirkt dadurch schmal. Sitzbänke füllen den Rest der Halle und reichen bis zur Mauer. Im Raum unterhalb des Turmes befinden sich ebenfalls kurze Sitzbänke.
Der rechteckige und leicht erhöhte Chor hat ein barockes Kreuzgratgewölbe von 1686. Der neobarocke Hochaltar aus dem Jahre 1880 zeigt uns ein Altarblatt “Traum des Heiligen Martin“ gemalt von Franz Maierhofer jun. aus Waidhofen/Thaya im Jahre 1851. Christus erscheint ihm nach der Mantelteilung beim Stadttor von Amiens, mit dem halben Mantel bekleidet. Die Seitenfiguren stellen links den Heiligen Petrus mit Schlüssel und Buch und rechts den Heiligen Paulus mit Schwert und Buch dar.
Unter dem Chorbogen steht ein Volksaltar. Links sehen wir den Heiligen Josef, Ziehvater Jesu Christi, der das Jesuskind auf dem Arm trägt. Er wird oft mit einer Lilie dargestellt, die Reinheit symbolisiert. Darunter befindet sich in der Ecke die Statue der Heiligen Maria mit dem Jesuskind. Rechts steht eine Herz Jesus Statue.
Die beiden Seitenaltäre sind der Gottesmutter Maria und dem Heiligen Leonhard geweiht. Vor dem ersten Achtseitpfeiler des Langhauses steht, laut Pfarrchronik, dieses spätgotische Taufbecken aus Weinsberger Granit. Ein achtseitiger gebauchter Sockel trägt ein geripptes Taufbecken. Oberhalb auf einer Konsole sieht man die Figurengruppe Johannes der Täufer bei der Taufe von Jesus Christus.
Die zweibogige Empore ruht auf einem unregelmäßigen Kreuzgratgewölbe.
An der nördlichen Hälfte der Brüstung der Westempore finden sich die Reste eines Wandbildes in Gestalt einer Apostelreihe, welches anlässlich einer Renovierung der Kirche 1953 freigelegt und durch den akademischen Maler und Restaurator Alfred Lauer restauriert wurde.
Die Apostel waren ursprünglich wohl über die ganze Breite der Emporenbrüstung aufgereiht. Die seit der Restaurierung bis zu einer Innenrenovierung um das Jahr 2015 leeren Schriftbänder, die wohl ursprünglich die Namen der Apostel trugen, sind in der Art von Sockeln zu Füßen der Figuren angebracht, wodurch der Anschein einer gemalten Plastik hervorgerufen wird. Als oberer Abschluss dient ein wellenförmiges Ornamentband.
Durch ihre Attribute bestimmt sind der dritte Apostel Andreas mit schrägem Kreuz sowie der fünfte bis siebte: Matthias mit der Lanze, Bartholomäus mit dem Messer und Judas Thaddäus mit der Keule. Der geschlossene Umriss der Mäntel betont die kompakte Blockform der massigen und untersetzten Figuren.
Das Wandbild ist nach Dr. Elga Lanc († 01.05.2025) in die Mitte des 15. Jahrhunderts zu datieren und gehört somit wohl zur bauzeitlichen Ausstattung des Kirchenraumes nach Wiederherstellung als Folge der hussitenzeitlichen Zerstörungen.
Am 27. Juli 2025 wurde in der Pfarrkirche eine neue digitale Orgel im Wert von mehr als 26.000 € gesegnet. Das neue Instrument, das bei der Firma Mag. Reinmar Wolf aus Mödling erworben wurde, ersetzt eine elektronische Orgel, die klanglich
Die Gründung der Pfarre fällt in die Mitte des 14. Jahrhunderts. 1350 wird Sallingstadt als selbstständige Pfarre erwähnt und 1398 ein Pfarrer namens Heinrich genannt. Während der Reformationszeit kam die Pfarre im Jahre 1621 zu Großglobnitz. 1783 wurde Sallingstadt mit den Ortschaften Sallingstadt, Walterschlag, Limbach und Windhof wieder eine eigene Pfarre und dem Stift Zwettl inkorporiert.
Ein Wappen vom Stift Zwettl kann man noch heute über dem Hochaltar sehen.
Seit dem Jahre 1995, gleichzeitig mit der Neugestaltung des Kirchenaufganges, wird die Pfarrkirche Sallingstadt außen beleuchtet. In die neuere Zeit fallen Renovierungen in den Jahren 2006 und 2014.






















