Der Ort gehörte einst mit der Seelsorge zur Stadtpfarre Zwettl. Die Bewohner pflegten aber an Vorabenden der Sonn- und Festtage sowie auch nachmittags an Sonn- und Feiertagen ihre gemeinschaftliche Andacht bei einem steinernen Marterl am Weg Richtung Rieggers zu verrichten. Sie wünschten sich daher ein bequemeres Bethaus. Im Jahre 1693 fasste daher der Bauer Joseph Rothpaur (Rathbauer) den Entschluss, mittels Sammlungen eine Ortskapelle zu erbauen. Er pilgerte zweimal nach Rom und brachte jedes Mal einen Ablassbrief mit. Durch Herumzeigen dieser Ablassbriefe erhoffte er sich weitere Spenden, nachdem er auf jedem dieser Briefe je 50 Namen hiesiger Bewohner eintragen ließ, die bereits geopfert hatten. Sie sind auf Papier geschrieben, mit eingepresstem Wappen des Kardinals Cosca, das umschrieben ist mit: „Nicolaus T.A. SAE Mariae in Dominico S.R.E. Card. Coscia“. Im Original sind alle Buchstaben, ausgenommen der handschriftliche Bescheid des Kardinals, sowie auch die Ziffern vergoldet.
Rathbauer legte nun, nachdem er aus Rom zurückgekehrt war, den Grund zur Kapelle an der Stelle, wo heute die Kirche steht. Um weiterbauen zu können, ging er im Jahre 1700 in Österreich sammelnd herum, immer den Ablassbrief herzeigend, erhielt viele Beiträge in Wien, und mit dem nötigen Gelde versehen, wurde die Kapelle vollendet und innen eingerichtet.
Sie bekam einen neuen Altar mit einer Statue der Allerheiligsten Dreifaltigkeit, welcher vom Tischler Zöhrer aus Zwettl verfertigt und aufgestellt wurde.
Am 27. Juli 1706 wurde die Kapelle durch Kardinal Leopold Graf von Kollonitsch, Fürstprimas von Ungarn, welcher sich manchmal auf seinem in der Nähe gelegenen Besitz in der Ortschaft Kirchberg am Walde aufhielt, eingeweiht. Er sang das feierliche Hochamt selbst und erteilte die Firmung.
Da der Ort Oberstrahlbach mit der Ortsobrigkeit und bezüglich des Grundes, auf welchem die Kirche erbaut worden war, der Grundherrschaft Stift Zwettl zugehörig war, entstand mit der Zeit zwischen Stift und Propsteipfarre eine Streitigkeit über das Patronatsrecht, welcher jedoch zwischen Abt Melchior und Conrad (Ferdinand, Augustin) von Albrechtsburg, dem damaligen Propst zu Zwettl, im Jahre 1710 dahingehend verglichen wurde, dass die „jura parochalia“ der Propstei, das Patronatsrecht aber dem Stifte Zwettl gehöre.
Es dauerte aber noch 77 Jahre, bis Oberstrahlbach eine eigene Pfarre wurde und nochmals 62 Jahre, bis sie die gänzliche Selbständigkeit erlangte.
Der erste Pfarrverweser von Oberstrahlbach und Profess des Stiftes Zwettl Gilbert Schütt (1783-1792) schrieb im November des Jahres 1783:
„Die Pfarr Obern-Stralbach hat ihren Anfang genommen auf allerhöchster Verordnung Sr.
Kais. Königl. apost(olischen) Mäjestätt Joseph des Zweyten Anno 1783 den 1. Novembris und die in sich begreifet die Ortschaften Dorf Obern-Stralbach selbst, Dorf Nidern-Stralbach, Dorf Rabenthon.“
Diese Dörfer gehörten vorher zur Stadtpfarre Zwettl.
Bei der neuen Pfarr-Regulierung unter Kaiser Joseph II. meinte das Stift Zwettl, dass es ihm nicht zukomme, in Oberstrahlbach auch eine Pfarrei zu errichten, da die hiesige Kirche eine Filiale der propsteiischen Stadtpfarre Zwettl wäre. Allein die hohe Regierung entschied dagegen, und so wurde die Kapelle eine Pfarrkirche und Oberstrahlbach eine selbständige Pfarre mit den ebenfalls aus der Stadtpfarre Zwettl ausgepfarrten Ortschaften Niederstrahlbach, Unterrabenthan und Gradnitz. Gradnitz wollte sich jedoch nicht auspfarren lassen und verblieb bei der Stadtpfarre.
Niederstrahlbach machte ebenfalls Schritte wider die Einpfarrung nach Oberstrahlbach. Allein die neue Kreisamtskommission wies die Niederstrahlbacher mit ihrer Berufung für immer ab. Doch die neue Pfarrei musste die Stolgebühren noch 62 Jahre an die Mutterpfarre abliefern. Erst ein Erlass der Landesstatthalterei, mitgeteilt durch das Hochwürdige Dekanat vom 20. März 1845, machte dem ein Ende. Ab nun blieb der ganze Stolertrag der Pfründe Oberstrahlbach in der eigenen Pfarre.
Die römisch-katholische Pfarrkirche zur Heiligen Dreifaltigkeit ist ein barockes Bauwerk aus den Jahren 1700–1706. Sie steht erhöht in der Mitte des langgestreckten Dorfes und ist mit Friedhof und Pfarrhof zu einer Einheit verbunden.
Im Jahre 1798 wurde der ursprünglich hölzerne Kirchturm durch einen eingebauten Westturm von 22 m Höhe ersetzt. Der zweigeschoßige Turm mit runden Schallfenstern und Ovalfenstern hat eine spätbarocke Haube. Seine Fassade ist durch Putzbänder schlicht gegliedert. Der Kirchturm beherbergt drei Glocken und eine Turmuhr.
Der Mittelgang gesäumt von Sitzreihen gefertigt von Tischlermeister H. Haidvogl aus Oberstrahlbach im Jahre 1963 führt zum Altar.
Das Steinpflaster in der Kirche wurde in Harbach und Heinrichs (Bez. Gmünd) gehauen und 1827 von dem Maurermeister Anton Kohl aus Weitra hier verlegt. Es ist zum großen Teil mit einem roten Bodenläufer überdeckt.
Die Runddecke im Kirchenschiff aus Holz und Stuck stammt aus dem Jahre 1930.
An den Seitenwänden hängen Kreuzwegbilder. Es sind Reproduktionen des Führich-Kreuzweges mit Goldrahmen aus dem Jahre 1880 von einem unbekannten Wohltäter gespendet.
Im Zentrum steht der Volksaltar aus Granit von der Firma Greiner in Schrems. Der Altar wurde am 9. April 1965 durch Abt Ferdinand Gießauf OCist geweiht. Die als Sedilien bezeichneten Sitzgelegenheiten im Altarraum stammen von Johann Steininger (Stift Zwettl) aus dem Jahre 1965.
Im Jahre 1827 wurde nicht nur der Steinboden verlegt, sondern auch die Kirche um das dreiseitig geschlossene Presbyterium (Altarraum) verlängert.
In den Jahren 1973 und 1978 wurde die Kirche unter Pater Maurus König, der von 1969 bis 1981 hier Pfarrer war, innen und außen restauriert.
Links steht der Heilige Leonhard, hier mit den Attributen Abtstab und Buch. Zu seinen Füßen befindet sich eine Kuh. Er gilt als Schutzpatron für das Vieh.
Beide spätgotischen Figuren aus Holz um 1520/30 werden das erste Mal 1795 erwähnt, als sie von Ludwig Koch aus Gmünd staffiert wurden.
Neben dem Volksaltar steht das Taufbecken. Auf einer romanischen Säule ruht ein barockes Becken mit Aufsatz aus Kupfer. Das Taufbecken stammt aus der Kirche
Edelbach, einer ehemaligen Ortschaft im heutigen Truppenübungsplatz Allentsteig. 1938 wurden alle Bewohner von Edelbach ausgesiedelt.
Im Kirchenschiff gibt es noch weitere Heiligenfiguren.
Auf der linken Seite steht der Heilige Wolfgang auf einem Podest. Die gotische Holzfigur aus dem 15. Jahrhundert stammt aus der Kapelle in Niederstrahlbach und kam im Tausch mit einer Heiligen Herz Jesu-Statue in die Kirche.
Dann folgt auf der rechten Seite der Heilige Josef mit dem Jesuskind auf dem Arm geschnitzt im Jahre 1905 von Josef Riffesser aus St. Ulrich/Gröden.
Im hinteren Bereich des Kirchenschiffes steht rechts der Heilige Leopold.
Leopold III. der Fromme, war Markgraf von Österreich und Klostergründer (* um 1073 in Melk, † 15. November 1136 bei Klosterneuburg).
Gegenüber auf der linken Seite steht eine Statue von König David. David war laut biblischer Überlieferung König von Juda und Israel und lebte etwa 1000 vor Christus.
Wendet man den Blick zurück, so blickt man zur Orgelempore. Die erste Orgel stammte aus dem Jahre 1959 und wurde von Herbert Huber aus Eisenstadt (Werkliste) gebaut.
Auf der Orgel steht aber Ferdinand Salomon aus Leobendorf einem weiteren Orgelbauer.
Aktuell gibt es eine elektronische Orgel der Firma Stelzhammer aus Wien. Sie wurde angeschafft, da die Reparatur der alten Orgel wegen zu hoher Kosten unmöglich war.
















