Die Pfarrkirche in Etzen

Kirche Etzen

Die erste Kirche entstand bereits um 1200 als Filiale von Zwettl. Mit der Errichtung der Propstei von Zwettl wurde Etzen 1483 zu einer Pfarre. 1619 übersiedelte der Pfarrer von Etzen nach Marbach, Etzen blieb unbesetzt. Am 11. Mai 1784 wurde die Pfarre wieder errichtet und dem Zisterzienserstift Zwettl inkorporiert.

Die Pfarrkirche ist dem Heiligen Laurentius geweiht, einem römischen Diakon und Märtyrer.

Der älteste Teil der Kirche ist die runde Apsis, an die im 15. Jahrhundert ein gotisches Langhaus und die Sakristei angebaut wurden. Zwischen 1619 und 1784 kümmerte sich niemand um den Gottesbau. In dieser Zeit wurde Etzen, von Marbach mitbetreut und ist stark unter protestantischem Einfluss geraten. Daher war die Kirche im Jahre 1784 in einem schlechten Zustand. Das Dach fehlte und sie hatte noch keinen Turm. Das Stift Zwettl ließ 1786 den Pfarrhof errichten und deckte die Kirche ein. Die Kirche wurde am Ende des 18. Jahrhunderts barockisiert und 1802 der Turm im Westen vorgestellt. Er hat drei Geschoße und eine glockenförmige Haube. Im Turm hängt eine Glocke vom Kremser Gießer Ferdinand Drackh aus dem Jahre 1724.


Fotos 2025/2026
Abseits der Tour

Man betritt die Kirche durch den Turm. Die rechteckige Tür in einfacher Steinrahmung hat im Querbalken die Jahreszahl 1907 eingraviert. Darüber am Turm kann man die Jahreszahl 1918 in römischen Ziffern erkennen. In beiden Jahren wurde die Kirche renoviert. Dann geht man durch eine Art Tunnel durch den Turm und betritt das Langhaus.

Kirche Etzen
Kirche Etzen


An das langrechteckige Langhaus – im Kern romanisch – schließt eine romanische mit dem Triumphbogen leicht angeschnittene etwas niedrigere Rundapsis an. Die romanischen Rundbogenfenster der Kirche wurden barock vergrößert.

Der Boden ist mit großen Steinplatten ausgelegt. Der schmale Mittelgang führt bis zum Chor. Beidseitig befinden sich Sitzbänke, die bis zur Mauer reichen. An den Wänden hängen Kreuzwegbilder.

Kirche Etzen
Kirche Etzen


Vor dem Triumphbogen stehen die Statuen der Jungfrau Maria und des Heiligen Josef mit dem Jesuskind. Maria ist dargestellt als Immaculata. Sie steht auf einer Weltkugel und zertritt eine Schlange, die das Böse symbolisiert.

Kirche Etzen
Kirche Etzen
Kirche Etzen


Der Hochaltar mit Rokokodekor entstand um 1770. Das Altarblatt mit dem Martyrium des Heiligen Laurentius stammt aus der Schule von Kremser Schmidt aus dem Ende des 18. Jahrhunderts. Davor knien musizierende Engel und Putten. Die spätbarocken Seitenfiguren sind links der Heilige Leonhard und rechts der Heilige Florian.

Den Heilige Leonhard von Noblat erkennt man an den Ketten, die er in der Hand hält.

Der Heilige Florian wird traditionell als römischer Soldat in Rüstung mit einem Speer dargestellt, der Wasser aus einem Eimer auf ein brennendes Haus gießt.

Davor steht der neue aus Granit geschaffene Volksaltar von Pfarrer Josef Elter aus Traunstein. Am Volksaltar sieht man vorne ein Scheibenkreuz, das älteste christliche Symbol des Waldviertels.

Kirche Etzen
Kirche Etzen
Kirche Etzen


Das spätgotische Sakristeiportal rahmt eine beschlagene Eisentür aus dem 15. Jahrhundert. Dahinter befindet sich der zweigeschoßige Sakristeianbau mit zwei gotischen Rechteckfenstern, die man von außen sehen kann.

Kirche Etzen
Kirche Etzen
Kirche Etzen


Gleich daneben befindet sich die frühklassizistische Kanzel vom Ende des 18. Jahrhunderts, mit dem Renovierungsvermerk F.B.1863. Sie kann von der Sakristei aus erreicht werden. Neben der Kanzel hängt ein spätbarockes Kruzifix. Im hinteren Bereich steht eine Herz Jesus Statue.

Kirche Etzen
Kirche Etzen
Kirche Etzen


Gegenüber steht ein weiterer Tabernakel. Darüber sieht man eine spätbarocke Pieta um 1800.

Kirche Etzen
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Die westliche Musikempore ist flachtonnenunterwölbt. An der Laibung ist Bandwerkstuck (um 1789) angebracht. Das Orgelgehäuse mit Rokokodekor trägt musizierende Engel und Putten.

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