Die Pfarr- und Wallfahrtskirche von Kirchschlag

Kirchschlag
Kirchschlag
Kirchschlag
Kirchschlag
Der Kirchenwirt
Der Kirchenwirt


Die Pfarr- und Wallfahrtskirche von Kirchschlag, gute 3 km südlich von Ottenschlag im Waldviertel, liegt leicht erhöht am südlichen Ortsrand. Sie ist dem Heiligen Nikolaus geweiht. Findet man die Kirche versperrt, dann holt man sich den Schlüssel beim Kirchenwirt (Dienstag Ruhetag) – gleich unterhalb der Kirche.


Fotos aufgenommen im August 2010
Abseits der Tour


Der spätromanische Bau mit Rundapsis aus dem 13.Jahrhundert wird urkundlich 1436 erstmals erwähnt. In der ersten Hälfte des 15.Jahrhunderts wird der Turm erhöht. 1756 erfolgen die Barockisierung der Kirche, der Anbau des Westteils des Langhauses mit der Westempore und der Sakristei an der Südseite des Gotteshauses. An das im Westen erweiterte Langhaus schließt die wesentlich niedrigere, stark rückspringende Apsis mit halbkreisförmigem Schluss und Kegeldach an. Die Rundbogenfenster datieren auf das Jahr 1756. Der mächtige, gotische Südturm (erste Hälfte des 15.Jahrhunderts), der aus den südseitigen Anbauten des Gotteshauses herausragt, ist bis zur Höhe des Kirchenschiffs quadratisch und geht dann in ein Achteck über. Er verfügt über einen einfachen, für die Kirchen in der Wachau charakteristischen Abschluss durch einen Giebelkranz, ein steiles, achtseitiges Zeltdach und ein einfaches Giebelkreuz. Im Glockengeschoss des Turms sieht man barocke Rundbogenfenster. Der Sakristeianbau der Kirche von 1756 ist an der Südseite des Langhauses in gleicher Flucht mit dem Turm.


Kirchschlag
Kirchschlag
Sonnenuhr
Sonnenuhr
Die Orgelempore
Die Orgelempore


Im Inneren weist das saalartige Langhaus eine Flachdecke auf. Die Orgelempore von 1756, die sich im westlichen Teil des Langhauses befindet und auf Pfeilern ruht, ist platzlunterwölbt. Der runde Scheidbogen, der über zwei grobe, romanische Kämpfer verfügt, bildet den Übergang zur Chorapsis. Die niedrige, halbrunde Apsis ist halbkuppelgewölbt.

Unter der Empore rechts befindet sich eine kleine polychromierte Statue aus der Barockzeit, welche die Hl. Anna mit Maria darstellt. Sie kann der Zeit um 1700 zugeordnet werden.

Bei den Kreuzwegbildern des Gotteshauses handelt es sich um einzigartige Drucke (um 1900).

Die Orgel der Pfarrkirche Hl. Nikolaus in Kirchschlag stammt von Franz Capek aus Krems (1903).

Das ehemalige Altarbild, das den Heiligen Nikolaus zeigt und heute die rechte Langhauswand ziert, ist möglicherweise eine Übermalung eines noch älteren Bildes und dürfte im Jahre 1840 geschaffen worden sein.


Kirchschlag
Kirchschlag
Heiliger Nikolaus
Heiliger Nikolaus
Die Apsis
Die Apsis


Im Inneren mit Blick zur Apsis
Im Inneren mit Blick zur Apsis

Hinter dem modernen, blockförmigen, aus grob gehauenem Granit geschaffenen Volksaltar befinden sich an der Apsisstirnwand kleine polychromierte Statuen der vier Evangelisten mit ihren Attributen. Es handelt sich hierbei um interessante barockisierende Biedermeierarbeiten aus der Zeit um 1830.


Wir sehen von links nach rechts Matthäus (Attribut Mensch bzw. Engel), Markus (Attribut Löwe), Lukas (Attribut Stier) und Johannes (Attribut Adler). Die Kunstwerke flankieren einen barocken Kruzifixus.


Heiliger Matthäus
Heiliger Matthäus
Heiliger Markus
Heiliger Markus
Heiliger Lukas
Heiliger Lukas
Heiliger Johannes
Heiliger Johannes


Der linke Seitenaltar
Der linke Seitenaltar

Auf der Mensa des linken Seitenaltars, wie jene des Hochaltars aus Granit gefertigt, steht der reich verzierte Rokoko-Tabernakel mit Expositorium, aus marmoriertem Holz und teilweise vergoldet, des ehemaligen Hochaltars (um 1756). Seitlich davon befindet sich je ein barocker Engel (um 1760). Den Bereich oberhalb schmückt eine kleine spätbarocke, polychromierte Statue der Gottesmutter mit dem Kind. Das Kunstwerk dürfte um 1700 geschaffen worden sein.
Die Apsis
Die Apsis
Der rechte Seitenaltar
Der rechte Seitenaltar

Auf der Mensa des rechten Seitenaltars, ebenfalls aus Granit gefertigt, steht eine bemerkenswerte Christusfigur, die wahrscheinlich aus der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts stammt. Es handelt sich dabei um eine Gnadenstatue des Jesus von Nazareth, Heil der Kranken, die aus dem Trinitarierkloster von Madrid stammt und eine Kopie einer noch älteren spanischen Figur ist. Die Gnadenstatue befand sich seit 1782 als Geschenk im Kloster der Weißspanier am Alserbach in Wien und gelangte im Jahr 1793 nach Kirchschlag.


 

Das bemerkenswerte Standbild
wird im Volksmund liebevoll
„Blauer Herrgott“
genannt.



Der Blaue Herrgott
Der Blaue Herrgott
 

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