Die Kapelle in Walterschlag

Kapelle Walterschlag

Ursprünglich stand in Walterschlag eine Holzkapelle. Im Jahre 1808 wurde die heutige Kapelle an gleicher Stelle aus Bruchsteinen von der Umgebung und aus Ziegeln erbaut.

1951 bekam die Kapelle ein neues Turmkreuz, das Spenglermeister Ferdinand Neulinger aus Zwettl anfertigte. Als das Turmkreuz erneuert wurde, beschloss Pater Nivard Binder in der darunter liegenden Kuppel Lebensmittelkarten einzuschließen, um den nachfolgenden Generationen, die diese Karten einmal finden, zu zeigen wie schlecht und dürftig die Menschen zur Zeit des 2. Weltkriegs lebten. Zugleich wurde die Kapelle neu eingedeckt und renoviert. Pater Nivard Binder weihte das Kreuz.

Weitere Renovierungen wurden an der Kapelle 1856, 1952, 1966, 1976/77, 1983, 1994, 2005 und 2018 vorgenommen.

Die Kapelle steht etwas erhöht neben dem Dorfhaus in Walterschlag. Es ist ein schlichter Bau mit eingezogenem Rundschluss und Dachreiter.


Fotos 2025/2026
Abseits der Tour

Kapelle Walterschlag

Nachdem man die Stufen hochgestiegen ist betritt man die Kapelle. Der Mittelgang, gesäumt von Sitzreihen, führt zum Altar.

Im Jahre 2018 fertigte der ortsansässige Tischlermeister Harald Krapfenbauer in Zusammenarbeit mit Walter Gretz neue Sitzgelegenheiten und den Altar aus Eichenholz von zwei alten Eichen, die ganz in der Nähe von Walterschlag gewachsen waren. Die Bäume standen an einem Feldrain in den Sallingstädter Perndorflüßen und der Tischler kaufte diese bereits vor Jahren von der Familie Zauner aus Sallingstadt an. Sie wurden zur Gänze für die Kapelleneinrichtung verwendet. Die Arbeitsleistungen hierfür wurden vom Tischlermeister unentgeltlich durchgeführt, lediglich die Materialkosten wurden verrechnet.

Gleichzeitig wurden zur Beheizung der Kapelle unter den Bänken Infrarot-Paneele montiert. Diese sorgen jetzt für wohlige Wärme bei den Andachten und Messen.

In Zuge der modernen Innengestaltung wurden auch die Kreuzwegstationen neu angekauft. Die Kosten dafür übernahm ein anonymer Spender.


Kapelle Walterschlag

Links vom Altar stehen eine Herz Jesu Statue und der Heilige Josef als Zimmermann und Ziehvater Jesu.

Kapelle Walterschlag

Hinter dem Altar hängt ein schönes Kreuz aus dem 18. Jahrhundert.

Kapelle Walterschlag

Rechts vom Altar stehen zwei Marienstatuen. Eine davon wurde 1994 mit dem Reinerlös einer Veranstaltung angekauft.


Im Dachreiter hängt eine Glocke. Wann die erste Glocke gekauft wurde, ist nicht bekannt. Jedenfalls wurde im Jahre 1917 die Glocke abgenommen und Kriegszwecken zugeführt. Am 3. Oktober 1920 wurde für die Kapelle eine Stahlglocke geweiht. Diese konnte den 2. Weltkrieg überdauern, da Stahlglocken nicht abgenommen wurden. Seit 1982 wird die Glocke elektrisch geläutet.


Kapelle Walterschlag

Bis zum Jahre 1975 steht in der Kapelle eine spätgotische Madonna mit Kind auf der Mondsichel stehend. Die Muttergottesstatue wurde um 1500 von einem Einheimischen geschnitzt.

Sie wurde 1959 durch das Bundesdenkmalamt restauriert. Die Arbeit führte H. A. Mehringer aus. Am 15. August 1959 wurde sie in einer kleinen Prozession in die Kapelle getragen.

Nach einem Kapelleneinbruch in Limbach im Jahre 1975 musste die Statue aus Sicherheitsgründen für längere Zeit im Pfarrhof Sallingstadt aufbewahrt werden.

1995 übergaben dann Walter Gretz und Josef Krapfenbauer die Statue als Leihgabe im Beisein von Bürgermeister Johann Hölzl und Prof. Willi Engelmayer an das Gemeindemuseum Schweiggers.

Da der Wurmbefall der Statue unbedingt bekämpft werden musste und auch einige Farbstellen nachgebessert gehörten, entschloss man sich diese Arbeiten von Mag. Ralph Wittig, einem akademischen Restaurator aus Stift Zwettl, durchführen zu lassen.

Am Freitag, dem 15. August 2008, feierte das Dorf Walterschlag das 200jährige Bestehen der Kapelle. Bei dieser Gelegenheit wurde auch die neu restaurierte Madonna der Bevölkerung präsentiert. Nach den Feierlichkeiten wurde sie wieder in das Gemeindemuseum gebracht, wo man sie bewundern kann.



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