Guttenbrunn wird um 1139 in der Stiftungsurkunde des Zwettler Zisterzienserklosters als Gutentannen zum ersten Mal urkundlich erwähnt. Der Name bedeutet ursprünglich „bei den gut gewachsenen Tannen“. Die erste nachweisliche Erwähnung der Namensform Guttenbrunn („vorzügliche oder besonders ergiebige Quelle“) stammt aus dem Jahre 1273.
Die heutige Kapelle wurde im Jahr 1863 errichtet. Vermutlich gab es aber schon vorher eine Kapelle. Die Jahreszahl ist sowohl in die granitene Türeinfassung eingemeißelt als auch auf der Rückseite des Altares zu finden. Beim Altar ist neben der Jahreszahl auch der Name Johann Haslinger erhalten. Die Kapelle hatte ursprünglich einen Zwiebelturm, wie ein Foto aus etwa 1900 belegt. Eine Ansichtskarte aus 1940 zeigt allerdings schon das heutige achteckige Turmdach.
Der Bau hat einen Rundschluss und einen Dachreiter mit Spitzhelm. Die Glocke aus dem Jahre 1944 wiegt 139 kg.
Man betritt die Kapelle im Westen. Der Boden ist mit Fliesen ausgelegt. Die Sitzbänke reichen bis zu den Seitenwänden, an denen kleine Kreuzwegbilder hängen. Der Chorbereich ist zwei Stufen höher.
Das Deckengemälde „Die heilige Familie“ wurde 1938 vom akademischen Maler Hans Neumüller (1908 – 1953) aus Zwettl gemalt. Das Deckenfresko im Karner des Propsteifriedhofes Zwettl ist sein Hauptwerk.
An der Chorwand stehen zwei Statuen.
Links sieht man die Jungfrau Maria mit dem Jesuskind auf dem Arm. Die Figur ist im klassischen Marienbildnis dargestellt, oft als „Königin des Himmels“ bezeichnet. Maria trägt ein Zepter in der rechten Hand, was auf ihre königliche Würde hinweist. Das Jesuskind hält in seiner linken Hand eine Weltkugel, die seine Herrschaft über die Welt symbolisiert.
Rechts steht eine Holzskulptur des gegeißelten Heilands (Christus an der Geißelsäule).
In der Chornische steht ein Spätbiedermeieraltar. Das Altarbild zeigt uns die Heilige Familie – bestehend aus Jesus, Maria und Josef. Dieses Altarblatt ist als „Heiliger Wandel“ bekannt. Es zeigt das Jesuskind, das an den Händen seiner Eltern Maria und Josef schreitet. Ein solches Motiv war besonders ab dem 17. Jahrhundert verbreitet. Oben im Bild ist die Heiligste Dreifaltigkeit angedeutet, symbolisiert durch das „Auge Gottes“ im Dreieck, umgeben von Engeln.
Am Altar steht links eine Statue des Heiligen Leonhard von Noblat. In seiner rechten Hand hält er einen goldenen Krummstab, der auf seine Rolle als Gründer und Abt des Klosters Noblat in Frankreich hinweist. Zu seinen Füßen ist ein Tier (wahrscheinlich ein Ochse oder Esel) zu erkennen.
Auf der rechten Seite steht eine Statue des Heiligen Florian. Typisch ist die Darstellung als römischer Soldat, der ein brennendes Haus mit einem Wasserkübel löscht.
In den Jahren 1938, 1970 und 2011 fanden Renovierungen statt.










