>> Länge: 36 km | Höhe: 750 m | Dauer: 09:00 <<
Vom etwa 6400 km langen WEG DER ZISTERZIENSER, der durch sechs europäische Länder führt, verlaufen nur 36 km durch den Bezirk Zwettl. Gekennzeichnet ist er mit diesem Logo. Wir wandern nun von Osten nach Westen durch unseren Bezirk, mit dem besonderen Augenmerk auf die Architektur und der damit verbundenen Landschaftsgestaltung der Zisterzienser.
Mit der Abbildung des Klosters mit den umliegenden Grangien („Umritt Darstellung“) im Zwettler Stiftungsbuch, der sogenannten „Bärenhaut“, wird zu Beginn des 14. Jahrhunderts erstmals eine „Zisterzienserlandschaft“ dargestellt.
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Der komplette Weg durch den Bezirk Zwettl folgt dem Mariazellerweg 06 oder auch dem Kamptal-Seenweg 620. Zahlreiche kürzere Rundwander- und Themenwege folgen ebenfalls Teilen dieser Route.
Von Osten durch das Kamptal kommend überschreiten wir die Straßenbrücke über den Purzelkamp und kommen so vom Bezirk Krems in den Bezirk Zwettl.
Als in der Zeit zwischen Oktober 1954 und Oktober 1956 die Staumauer Ottenstein hochgezogen wird, ist auch bald die Straßenverbindung im Tal unterbrochen. Mit dem Bau der Purzelkampbrücke wird 1959 die Lücke geschlossen.
Am 24. Oktober 1956 kommt es zu einem folgenschweren Unfall. Beim Betonieren stürzt ein Brückenteil in die Tiefe. Zehn Bauarbeiter verlieren ihr Leben. Die Gedächtniskapelle am Ende der Brücke erinnert an diese tragischen Stunden.
Durch die Hofbreiten kommen wir in das Tal des Friedersbaches und weiter in die gleichnamige Ortschaft Friedersbach.
Die ursprüngliche Kirche wird schon 1159 als Pfarrkirche erwähnt (21 Jahre nach der Klostergründung Zwettl 1138). Es handelt sich um eine romanische Anlage mit gotischen Um- und Erweiterungsbauten, die ursprünglich als Wehrkirche angelegt ist. Die Pfarrkirche Friedersbach steht in erhöhter, isolierter Lage am sogenannten Kirchenberg im Süden des Ortes. Ein Besuch lohnt sich, schon wegen der vier Chorfenster aus den Jahren 1420 und 1479.
In Friedersbach wenden wir uns Richtung Norden und wandern im weiten Linksbogen durch Mitterreith nach Edelhof. Wir kommen nun in das ehemalige Kerngebiet des Stifts Zwettl mit zahlreichen Grangien.
Der ehemalige Wirtschaftshof Edelhof ist damals eine der ertragreichsten Grangien von Stift Zwettl und wird ursprünglich als „grangia vel curia in Erlech“ (Hof beim Erlengestrüpp) bezeichnet, was auf die einst sumpfige Lage hinweist. Abt Johann V. (Rueff, 1577-1585) errichtet ein neues größeres Gebäude statt des Vorgängerbaues. Unter Abt Caspar Bernhard wird um 1690 auch eine Kapelle eingerichtet, ein Raum mit einem Stichkappentonnengewölbe, der später als Speisesaal dient und heute für Vorträge genutzt wird.
In der Zeit Joseph II. wird ein Teil gegen Zins an Stiftsuntertanen vergeben, ein Teil versteigert und durch Kleinhäuser zu einer zeilenartigen Siedlung erweitert. Seit 1873 befinden sich die Häuser im Besitz des Landes Niederösterreich und beherbergen eine Fachschule für Landwirtschaft.
In Edelhof wenden wir uns gegen Norden und wandern über den sogenannten Sauberg hinunter durch den Gansgraben zum Kamp.
Auf dem Weg von Edelhof Richtung Stift Zwettl steht rechts bei der ersten Waldgrenze ein Grenzstein. In der Mitte sieht man das Zeichen des Stifts Zwettl, den Krummstab mit dem „Z“. Über dem großen „Z“ stehen die Buchstaben „RAZZ“, die auf den Abt hinweisen: „Rainer Abt Zu Zwettl“ (Abt.Rainer I. Kollmann, 1747–1776). Darunter steht wahrscheinlich die Jahreszahl „1753“, wobei die „17“ eindeutig ist.
1138 legt Hadmar I. von Kuenring mit seiner Stiftung den Grund für die Ansiedlung der Zisterzienser im Nordwald. Mönche aus Stift Heiligenkreuz errichten am Kamp die ersten Klostergebäude und beginnen das klösterliche Leben. Mit großem Geschick errichten sie die mittelalterlichen Gebäude des Stifts und schaffen mit der Kultivierung des Landes die wirtschaftliche Basis. 1159 kann die erste Klosterkirche geweiht werden.
Die romanische Kampbrücke gehört zu den sehr frühen Bauwerken im Bereich des Klosterareals. Die steinerne Bogenbrücke, die zum Teil in Quadermauerwerk ausgeführt ist, besitzt ein Tonnengewölbe auf Strompfeilern mit kielförmig zulaufenden Wellenbrechern. Erbaut im 12. Jahrhundert, wird sie mehrmals umgebaut, renoviert und verbreitert. Sie stellt nach wie vor eine wichtige Verkehrsverbindung dar und ist auch für Schwerlastverkehr geeignet. Die Kampbrücke gilt als eines der ältesten erhaltenen technischen Bauwerke Österreichs.
Im Stift gibt es viel zu erkunden, bevor es weiter am Kamp entlang Richtung Zwettl geht.
Der offizielle beschilderte Wanderweg verläuft am linken Kampufer und ist ein schmaler Pfad durch den Wald. Am rechten Kampufer gegenüber führt ein breiter befahrbarer Weg ebenfalls Richtung Neumühle, wo beide Wege zusammenkommen.
Die Neumühle stammt im Kern aus dem 17. Jahrhundert. Die Fassade mit Schopfwalmdach und Putzgliederung stammt vom Ende des 18./ Anfang 19. Jahrhundert. Die Zufahrt erfolgt über eine Brücke aus dem Jahr 1914. Am linken Mauerpfeiler befindet sich ein Doppelwappen von Stift Zwettl und Abt Stefan Rössler in bunter Majolika. Die Wehranlage und der Mühlkanal sowie das Mühlrad sind noch erhalten.
Kurz darauf passieren wir die Zwettler Umfahrung und wandern weiter Richtung Oberhof. Vorbei am sogenannten Traunerhäusl, wo sich ab etwa 1653 ein Ziegelofen des Klosters befindet. Ein Großteil der Ziegel, die das Stift für die barocken Bauvorhaben am Kloster benötigt, wird hier gebrannt. Um 1880 wird der Betrieb eingestellt.
Die Ziegelofenstraße, der wir nun folgen, verbindet das Traunerhäusl mit dem Ortsteil Oberhof. Hier am ehemaligen Oberhof finden die 12 aus Heiligenkreuz zur Gründung des Stifts Zwettl abgeordneten Mönche ihre erste Unterkunft („hölzernes Klösterlein“). Der Ort ist bis 1848 im Stiftsbesitz.
Direkt am Kamp liegt die ehemalige Oberhofmühle. Sie ist Bestandteil des Stiftungsgebiets und wird 1280 als „molendino in Obernhove“ erwähnt. Mühlanlagen sind heute nicht mehr erkennbar.
Wir verlassen nun das Kamptal, und es geht entlang des alten Mühlgrabens und der gut erhaltenen Stadtmauer im Zwettltal stadtauswärts bis Syrafeld.
Der Schickenhof aus dem Jahre 1220, etwa 400 m nördlich vom Wanderweg, ist eine ehemalige Grangie von Stift Zwettl, die außerhalb des ursprünglichen Umritt-Bereichs liegt. Der Gutshof wird 1757 an die Herren von Schloss Rosenau verkauft. Den repräsentativen Wohnteil bildet eine dreiseitige Anlage mit zwei Geschossen. Zusammen mit den gegenüberliegenden Wirtschaftsgebäuden entsteht ein geschlossenes Geviert.
Bei der Roblmühle übersetzen wir die Zwettl und wandern Richtung Guttenbrunn. Wir verlassen hier das Zwettltal.
Guttenbrunn wird 1139 in der Stiftungsurkunde des Zwettler Zisterzienserklosters als Gutentannen zum ersten Mal urkundlich erwähnt. Der Name bedeutete ursprünglich „bei den gut gewachsenen Tannen“. Von hier führt uns der Weg direkt nach Schloss Rosenau.
Durch den Finstergraben kommen wir in die Streusiedlung Niederneustift, die wir durchwandern und am Waldbeginn rechts abzweigen.
















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