Der Wanderer im Waldviertel 1815

Der Wanderer im Waldviertel
Der Wanderer im Waldviertel
Wir stellen euch ein Buch mit Texten aus dem Jahre 1815 mit besonderem Bezug einerseits zu unserer Heimat und anderseits zum Thema Wandern vor. Es handelt sich dabei um ein Tagebuch, verfasst von Johann Anton Friedrich Reil (1773-1843), herausgegeben und eingeleitet von Univ.-Prof. (i. R.) Dr. Wolfgang Häusler.


Wir beginnen beim Buchrücken zu lesen
und lernen unseren Wanderer näher kennen:
 
 
Reil kam 1773 als Sohn eines Zuckerbäckers in Ehrenbreitstein bei Koblenz zur Welt. Er wandte sich schon in jungen Jahren dem Schauspielerberuf zu und trat seit 1800 an den Wiener Hofbühnen auf. 1831 als k. k. Hofschauspieler pensioniert, wurde er Kammerdiener bei Kaiser Franz I. Er schrieb kleine dramatische Gelegenheitsarbeiten und Gedichte und veröffentlichte 1835 sein Hauptwerk „Das Donauländchen der k. k. Patrimonialherrschaften“. Diese dem südlichen Waldviertel gewidmete Monographie ist die erste umfassende landeskundliche Darstellung einer niederösterreichischen Landschaft. Reil starb, als Schauspieler vergessen und für seine wissenschaftlichen Leistungen unbedankt, 1843 in Penzing bei Wien.
Der Wanderer im Waldviertel. Im Jahre 1815 unternahm Johann Anton Friedrich Reil eine Fußreise durch das Waldviertel, die er in seinem 1823 in Brünn erschienenen „Tagebuch für Freunde österreichischer Gegenden“ schildert.


Wie ich dieses Ländchen zwischen der Thaya und dem Kamp gefunden, so habe ich es beschrieben, ich war seelenvergnügt darin, und wie es von mir ins Waldviertel hinein schrie, so schreit es nun auch wieder heraus, und jeder Tag, der mir dort untergegangen, geht mir täglich in der Erinnerung angenehm wieder auf.


Reil reist mit dem Gesellschaftswagen und mit einem einspännigen Wagen bis Horn. In den nächsten Tagen kam er nach Maria Dreieichen, Stift Altenburg, besuchte die Rosenburg, eine Mühle und einen Eisenhammer in Steineck und wanderte bis Greilenstein. Nach einem Besuch auf der Ruine Schauenstein schildert er den Brand in der Ortschaft Mühlfeld und kehrt dann wieder zum Stift Altenburg zurück, wo er am letzten Tag seines Aufenthalts noch Schloss Wildberg besucht.
Am 14.Tag wandert er vom Stift Altenburg zum Stift Geras. Von hier aus sind seine nächsten Ziele Drosendorf, die Ruine Kollmitz, Raabs an der Thaya, Aigen, Groß Siegharts und Kirchberg an der Wild.
In Kirchberg an der Wild besteigt Reil einen Wagen, der ihn über Köpfritz (Göpfritz an der Wild) und Edelbach (heute im Truppenübungsplatz gelegen) nach Stift Zwettl bringt.
Am 17.Tag kommt Reil nach Zwettl und in weiterer Folge wandert er zur Burg Rappottenstein, zur Ruine Lichtenfels, nach Schweiggers, Weitra und Harbach. Er besucht die Glashütte Reichenau und den Johannesberg, bevor es wieder zurück nach Zwetl (Zwettl) geht. Nun steht einem Besuch von Schloss Rosenau und Rigers (Rieggers) nichts mehr im Wege.
Am 28.Tag bricht er Richtung Donau auf. Er folgt dem Kamptal, durch Gars und Lois (Langenlois) nach Krems, Stein und Mautern. Seine nächsten Ziele sind Stift Göttweig und Stift Herzogenburg. Von hier fährt er zurück nach Wien.

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