Der Pfad (Moor und Feuchtwiesen)

>> Länge: 3,5 km | Höhe: 24 m | Dauer:01:00 <<

Waldbeginn
Waldbeginn
Wegweiser
Wegweiser

In der Marktgemeinde Amaliendorf-Aalfang hat sich aufgrund der Siedlungsgeschichte sowie der Boden und Klimaverhältnisse eine reich strukturierte und vielfältige Kulturlandschaft erhalten. Daher wird im Jahre 2004 der „Pfad“, ein Stein-, Moor- und Dorferlebnisweg eröffnet.



Fotos aufgenommen im Oktober 2015
Wandern im flachen GeländeNordic Walking geeignetRundwegDurchgehende Beschilderung !Einkehrmöglichkeit in Amaliendorf


Amaliendorf macht auf uns den Eindruck einer dichten Streusiedlung, und das ist kein Widerspruch. Einerseits sind die Häuser über ein großes, vom Wald umgebenes Gebiet verteilt, mit viel Grün dazwischen, andererseits aber doch wieder so eng beisammen, dass Straßenzüge erkennbar sind.

Vielleicht bringt die Entstehungsgeschichte des Ortes Amaliendorf etwas Licht in den Ortscharakter. In einer Contractabschrift vom 26. Juni 1799 wird sie wie folgt beschrieben:

Seine Excellenz der Hoch- und Wohlgeborene Graf Vinzenz von Straßoldo, Obrist-Hofmeister von Wailand der durchlauchtigsten Frau Amalie, Erzherzogin von Österreich, als Herr der Herrschaft Schwarzenau, hat im Jahr 1799 den herrschaftlichen Waldgrund von der Herrschaft Schwarzenau stückweise mit 2, 3 und 4 Joch an einzelne Parteien verkauft (Dominicalabgabe von 5 Gulden pro Joch), die binnen 3 Jahren Häuser erbauen mußten.

Die Erzherzogin Amalie von Österreich (1746-1804) ist die Namenspatronin des Ortes Amaliendorf. Sie war eine Tochter der Kaiserin Maria Theresia und verheiratet mit dem Herzog von Parma. Ihre letzte Ruhestätte befindet sich im Veits Dom in Prag.

20Der südöstlichste Teil führt in das NATURA 2000 Gebiet Haslauer Moor, das wir dieses Mal besuchen wollen. Wir starten am südlichen Ende der Hartbergstraße, wo der Asphalt endet und vier Wege in den Wald führen. Wir folgen dem linken Waldweg. Der Weg mit der gelben Nummer 20 ist mit großen Wegweisern markiert, auf der auch immer die nächsten Ziele zum Ablesen sind.


Die kleinen Dinge
Die kleinen Dinge
Die Moosbeere
Die Moosbeere
Waldboden
Waldboden


Die Landschaft im und unmittelbar um das Moor unterscheidet sich merklich zu normalen Waldlandschaften. Und es lohnt sich die kleinen Dinge zu beobachten.

Wegweiser
Wegweiser
Der Weg
Der Weg
Torfmoos
Torfmoos


Kurz darauf sind wir schon mitten im Moor und bei der 1. ovalen Schautafel. Jede Tafel besteht aus zwei Seiten. Die Rückseite der Schautafel stimmt den Besucher auf die Philosophie des Pfades ein: „Öffne Deine Sinne …“. Das Haslauer Moor oder Moor bei Amaliendorf war ursprünglich eines der größten oligotrophen (nährstoffarmen) Regenmoore der Litschauer Hochfläche mit einer Fläche von ca. 120 ha. Es ist als Natura 2000 Gebiet der „Waldviertler Teich-, Heide- und Moorlandschaft“ ausgewiesen.

1.Station
1.Station
Moorboden
Moorboden
1.Station
1.Station


Es geht beim Wasserstein mit der eingemeißelten Jahreszahl 1810 und den Buchstaben „HS“ (Herrschaft Schrems) vorbei.

1.Station
1.Station
Der Wasserstein
Der Wasserstein
Der Wasserstein
Der Wasserstein


Ab hier führt der Weg über Holzstege und Brücken, die im Jahre 2010 von der Freiwilligen Feuerwehr Amaliendorf errichtet werden.

Eine Brücke
Eine Brücke
Abfluß
Abfluß
Holzsteg
Holzsteg


Die 2. Schautafel beschäftigt sich mit der „Wiederbelebung des Moores“. Damit sich Hochmoore bilden können sind ein kühl-feuchtes Klima sowie wasserundurchlässige Bodenschichten in Muldenlage nötig. Da im nordwestlichen Waldviertel häufig beide Bedingungen erfüllt sind, gab es hier früher ausgedehnte Hochmoore. Der größte Teil wurde allerdings durch Torfabbau, Entwässerung und Aufforstung zerstört.

Moorboden
Moorboden
Holzsteg
Holzsteg
2.Station
2.Station


Blühendes Moos
Blühendes Moos
2.Station
2.Station
Moos
Moos


Kurz darauf kommen wir beim Torfstich vorbei, wo sich die 3. Station mit dem Torfstich beschäftigt. Auch im Haslauer Moor verwendete man den Torf wirtschaftlich. In erster Linie war er Brennstoff für die Glashütte, aber auch die Bevölkerung griff auf ihn zurück, als das Holz knapper wurde. Die beiden wassergefüllten Stichwannen sind Relikte dieser Nutzung, die bis etwa 1980 anhielt. Langsam aber sicher verlanden sie und werden von Wasserpflanzen in Besitz genommen.

Torfboden
Torfboden