Kapellen und Kirchen am Berhardiweg im Waldviertel

Bis in die Zeit des Josephinismus (Ende des 18. Jahrhunderts) wurden dem Stift Zwettl 14 Pfarren inkorporiert. Dazu gehören Etzen, Gobelsburg, Großschönau, Jagenbach, Oberstrahlbach, Sallingstadt, Schweiggers, Siebenlinden, Sankt Wolfgang, Spital bei Weitra, Stift Zwettl, Windigsteig, Wurmbrand, Großinzersdorf und Zistersdorf.

Der Bernhardiweg verbindet zehn Stiftspfarren mit dem Mutterkloster und führt durch die vom Zisterzienserorden geprägten Natur- und Kulturräume. Am Weg liegen aber noch zahlreiche kleinere Kapellen.


Stift ZwettlSpitalskirche Stift ZwettlKapelle GradnitzPfarrkirche OberstrahlbachKapelle WalterschlagPfarrkirche SallingstadtPfarrkirche SchweiggersPfarrkirche JagenbachKapelle RothfarnPfarrkirche SiebenlindenKapelle GroßwolfgersKapelle UlrichsStadtpfarrkirche WeitraWallfahrtskirche Sankt WolfgangPfarrkirche Spital bei WeitraKapelle OberwindhagJohannesbergkirchePfarrkirche GroßschönauKapelle GroßottenPfarrkirche WurmbrandKapelle BöhmsdorfKapelle HaidFriedenskapelleStadtpfarrkirche Groß GerungsKapelle zur Heiligen CoronaKapelle FreitzenschlagPfarrkirche EtzenKapelle Ober NeustiftPfarrkirche Schloss RosenauKapelle GuttenbrunnKapelle SyrafeldBründlkircheStadtpfarrkirche ZwettlBürgerspitalskircheJohannes Nepomuk Kapelle Stift Zwettl

Stift Zwettl
Spitalskirche Stift Zwettl
Kapelle Gradnitz
Pfarrkirche Oberstrahlbach
Kapelle Walterschlag
Pfarrkirche Sallingstadt
Pfarrkirche Schweiggers
Pfarrkirche Jagenbach
○ Kapelle Rothfarn
● Pfarrkirche Siebenlinden
Kapelle Großwolfgers
Kapelle Ulrichs
○ Stadtpfarrkirche Weitra
● Wallfahrtskirche Sankt Wolfgang
● Pfarrkirche Spital bei Weitra
○ Kapelle Oberwindhag
Johannesbergkirche bei Harmannstein
○ Pfarrkirche Großschönau
○ Kapelle Großotten
● Pfarrkirche Wurmbrand
○ Kapelle Böhmsdorf
Kapelle Haid
Friedenskapelle bei Groß Gerungs
● Stadtpfarrkirche Groß Gerungs
Kapelle zur Heiligen Corona in Groß Gerungs
Kapelle Freitzenschlag
● Pfarrkirche Etzen
○ Kapelle Ober Neustift
○ Pfarrkirche Schloss Rosenau
○ Kapelle Guttenbrunn
○ Kapelle Syrafeld
○ Bründlkirche Zwettl
Stadtpfarrkirche Zwettl
○ Bürgerspitalskirche Zwettl
Johannes Nepomuk Kapelle Stift Zwettl

Die Kapelle in Voitschlag

Voitschlag
Voitschlag
Blick zum Altar
Blick zum Altar
Voitschlag
Voitschlag


Voitschlag ist eine kleine Ortschaft nördlich von Sallingberg. Hier steht eine kleine Kostbarkeit, die man hier nicht erwartet. Wenn man sich als Wanderer Voitschlag nähert, so erhebt sich schon von weitem ein schlanker hoher Kirchturm über den Dächern der Ortschaft. Kommt man dann langsam näher, so lässt sich eine schlank aufragende Kapelle erkennen, wie man sie sonst nur in Tirol oder Bayern vorfindet.


Fotos aufgenommen 2012
Abseits der Tour

Die Pfarr- und Wallfahrtskirche in Kirchschlag

Kirchschlag
Kirchschlag
Kirchschlag
Kirchschlag
Der Kirchenwirt
Der Kirchenwirt


Die Pfarr- und Wallfahrtskirche von Kirchschlag, gute 3 km südlich von Ottenschlag im Waldviertel, liegt leicht erhöht am südlichen Ortsrand. Sie ist dem Heiligen Nikolaus geweiht. Findet man die Kirche versperrt, dann holt man sich den Schlüssel beim Kirchenwirt (Dienstag Ruhetag) – gleich unterhalb der Kirche.


Fotos aufgenommen im August 2010
Abseits der Tour

Die Filialkirche in Obernondorf

Obernondorf
Obernondorf
Obernondorf
Obernondorf
Obernondorf
Obernondorf


Bei unserer Wanderung durch Obernondorf fällt uns die kleine, wuchtige Kirche auf, führt doch der Rundwanderweg Waldhausen unmittelbar daran vorbei. Neugierig geworden, erkundigen wir uns bei den Dorfbewohnern und wir werden zur Mesnerin verwiesen, die sich fürsorglich um die Kirche kümmert. Sie begleitet uns, und wir betreten die Kirche beim Turm und kommen in einen Vorraum. Durch eine weitere Gittertür geht es in das Innere. Dank der immer hilfsbereiten Bevölkerung, können wir euch heute ein Kleinod aus dem Waldviertel näher bringen.


Fotos aufgenommen im Juli 2010
Abseits der Tour

Die Pfarrkirche in Jagenbach

Kirche Jagenbach

Die römisch-katholische Pfarrkirche ist dem Heiligen Antonius von Padua geweiht. Sie steht am Rande des Angers der Ortschaft und ist eine einfache, denkmalgeschützte Landkirche aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts.

Sie wird 1746 als Kapelle urkundlich erwähnt.

Um 1880 wird die Kirche mit dem Anbau einer Westempore und dem Aufsetzen eines Westturmes mit Spitzhelm erweitert. Im Glockenstuhl hängen drei Glocken. Heute ist die Kirche eine einfache, einschiffige Barockkirche.

Die Pfarre Jagenbach besteht seit 1901 und gehört zum Dekanat Zwettl.


Fotos 2025/2026
Abseits der Tour

Die Pfarrkirche in Sallingstadt

Kirche Sallingstadt

Die römisch-katholische Pfarrkirche Sallingstadt steht am südlichen Rand des Angers von Sallingstadt und ist dem Hl. Martin von Tours geweiht. Sie ist vom Friedhof und einer Mauer umgeben. Die romanische Ostturmkirche aus dem 13. Jahrhundert schließt an einen älteren romanischen Kapellenbau an. Der spätgotische Umbau erfolgte nach einem Brand 1427 in der Mitte des 15. Jahrhunderts.

Das Kirchenäußere zeigt ein Langhaus aus dem Ende des 13. Jahrhunderts mit einer schlichten glatten Giebelfront und barocken Rundbogenfenstern von 1685. Im Osten anschließend steht der wuchtige querrechteckige Turm gleichfalls aus dem Ende des 13. Jahrhunderts unter einem Schopfwalmdach, er hat vier gekuppelte Rundbogenfenster mit Blattkapitellen. Östlich des Turmes steht in gleicher Breite der Rechteckchor unter einem Satteldach, als ehemalige Kapelle des 12. Jahrhunderts, östlich mit einem vermauerten romanischen Fenster in einer Trichterlaibung und im Norden und Süden mit einem barocken Rundbogenfenster. Der niedrige Sakristeianbau aus dem 15. Jahrhundert befindet sich südlich am Turm unter einem Pultdach.


Fotos 2025/2026
Abseits der Tour

Die Pfarrkirche in Schweiggers

Kirche Schweiggers

Am Westende des geräumigen Marktplatzes steht auf dem Steilhang über der Thaya, umgeben vom Friedhof, der stattliche Kirchenbau mit besonders deutlicher stilistischer Ausprägung der aus verschiedenen Epochen stammenden Bauteile.

Der ursprüngliche Bau geht auf Albero von Kuenring zurück und ist vor 1157 wahrscheinlich als einschiffige, flachgedeckte Wehrkirche mit romanischem Langschiff, dem wuchtigen Ostturm und dem Presbyterium mit anschließender Apsis erbaut worden. Ähnliche Kirchenanlagen findet man im gesamten ehemaligen Herrschaftsgebiet der Kuenringer. Die Kirche erfuhr im Laufe der Zeit mehrere Umgestaltungen und Erweiterungen.

Mit einer Urkunde vom 9. Juni 1319 bestätigte man den Verkauf der Pfarrkirche an das Kloster Zwettl, dem die Pfarre 1443 endgültig inkorporiert wurde. Seit damals stellen die Zisterzienser von Zwettl den Pfarrer.

Bei der heutigen Kirche, die dem Heiligen Ägidius geweiht ist, dominiert der in der Mitte stehende wuchtige, spätromanische Turm der ehemaligen Chorturmkirche. Über einem Dreiecksgiebelkranz aus dem Jahre 1886 erhebt sich ein neugotischer steiler achtseitiger Pyramidenhelm. Am Turm befinden sich neugotische spitzbogige Schallfenster im Glockengeschoß. Im Turm hängen vier Glocken. Zwei Glocken wurden von Simon Urndorfer von Steyr in den Jahren 1643 und 1667 gegossen. Zweit weitere kamen 1955 hinzu.

Daran schließt ostseitig der spätgotische Chorraum. Dann folgt die stirnseitig vorgebaute spätbarocke Sakristei mit hübschem, geschwungenem Ostgiebel.

An der Südseite sehen wir den spätgotischen Sakristeianbau (alte Sakristei).

An der Nordseite befindet sich die ehemalige Totenkammer aus dem 19. Jahrhundert.

An der Westseite schließt an den Turm das spätromanische, gotisch veränderte Langhaus mit südseitig abgerundetem Treppenturm aus dem Jahre 1846 an. Die westliche Seite der Kirche schließt mit einem Vollgiebel und Rundbogenfenstern zwischen verschieden abgestuften, barocken Stützpfeilern ab.


Fotos 2025/2026
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Die Johannes Nepomuk Kapelle in Stift Zwettl

Johannes Nepomuk Kapelle Stift Zwettl

Südwestlich von Stift Zwettl steht die Johannes von Nepomuk Kapelle bei der alten romanischen Kampbrücke.

Die Kapelle wird 1763 erbaut. Sie ist aus Bruchsteinen und Ziegeln gemauert, verputzt und gelb und weiß gefärbelt. Im Westen hat die Kapelle eine große rundbogenförmige Öffnung mit Flachpilaster an den Ecken. Seitlich ist je ein Fenster vorhanden. Über dem Kranzgesimse erhebt sich vorne ein geschwungener Giebel mit schwachem Fresko (zwei Putten). Gedeckt ist die Kapelle mit einem Blechdach mit zwiebelförmiger Haube, vergoldetem Knauf und Zunge im Strahlenkranz.


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Die Pfarrkirche in Oberstrahlbach

Kirche Oberstrahlbach

Der Ort gehörte einst mit der Seelsorge zur Stadtpfarre Zwettl. Die Bewohner pflegten aber an Vorabenden der Sonn- und Festtage sowie auch nachmittags an Sonn- und Feiertagen ihre gemeinschaftliche Andacht bei einem steinernen Marterl am Weg Richtung Rieggers zu verrichten. Sie wünschten sich daher ein bequemeres Bethaus. Im Jahre 1693 fasste daher der Bauer Joseph Rothpaur (Rathbauer) den Entschluss, mittels Sammlungen eine Ortskapelle zu erbauen. Er pilgerte zweimal nach Rom und brachte jedes Mal einen Ablassbrief mit. Durch Herumzeigen dieser Ablassbriefe erhoffte er sich weitere Spenden, nachdem er auf jedem dieser Briefe je 50 Namen hiesiger Bewohner eintragen ließ, die bereits geopfert hatten. Sie sind auf Papier geschrieben, mit eingepresstem Wappen des Kardinals Cosca, das umschrieben ist mit: „Nicolaus T.A. SAE Mariae in Dominico S.R.E. Card. Coscia“. Im Original sind alle Buchstaben, ausgenommen der handschriftliche Bescheid des Kardinals, sowie auch die Ziffern vergoldet.


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Die Stadtpfarrkirche in Zwettl

Stadtpfarrkirche Zwettl

Ab der Mitte des 11. Jahrhunderts drangen bayrische Siedler unter der Führung des Ministerialengeschlechts der Kuenringer in das Zentrum des Waldviertels vor. Sie errichteten hoch über dem Zusammenfluss von Kamp und Zwettl auf dem heutigen Propsteiberg eine Burg und auch eine Kirche. Mit großer Wahrscheinlichkeit bestand
bereits im ersten Drittel des 12. Jahrhunderts in Zwettl eine Pfarre. Die erste Pfarrkirche von Zwettl, im Bereich der Kuenringerburg gelegen, war die heutige Propsteikirche.

Neben der Pfarrkirche auf dem Berg, die auch damals schon dem Evangelisten Johannes geweiht war, befand sich in der Stadt selbst die Liebfrauenkirche. Sie wurde 1280 erstmals als „ecclesia inferiora“ untere Kirche genannt. Ihre genaue Bauzeit ist nicht bekannt. Da der Weg zur außerhalb der Stadtmauern gelegenen Pfarrkirche sehr beschwerlich war, bemühten sich die Zwettler Bürger nach Kräften, durch Stiftungen und Zuwendungen regelmäßige Gottesdienste in der nahen Marienkirche zu ermöglichen. Ab 1352 war hier ein eigener Kaplan beschäftigt, der täglich die Frühmesse zu lesen hatte.

Auch wenn sich im Laufe der Zeit das kirchliche Leben immer mehr in die Stadt verlagerte, der eigentliche Sitz des Pfarrers von Zwettl und damit das Zentrum der Pfarre war die Sankt-Johannes-Evangelist-Kirche auf dem Berg.



Fotos aufgenommen 2010
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