Der Ort gehörte einst mit der Seelsorge zur Stadtpfarre Zwettl. Die Bewohner pflegten aber an Vorabenden der Sonn- und Festtage sowie auch nachmittags an Sonn- und Feiertagen ihre gemeinschaftliche Andacht bei einem steinernen Marterl am Weg Richtung Rieggers zu verrichten. Sie wünschten sich daher ein bequemeres Bethaus. Im Jahre 1693 fasste daher der Bauer Joseph Rothpaur (Rathbauer) den Entschluss, mittels Sammlungen eine Ortskapelle zu erbauen. Er pilgerte zweimal nach Rom und brachte jedes Mal einen Ablassbrief mit. Durch Herumzeigen dieser Ablassbriefe erhoffte er sich weitere Spenden, nachdem er auf jedem dieser Briefe je 50 Namen hiesiger Bewohner eintragen ließ, die bereits geopfert hatten. Sie sind auf Papier geschrieben, mit eingepresstem Wappen des Kardinals Cosca, das umschrieben ist mit: „Nicolaus T.A. SAE Mariae in Dominico S.R.E. Card. Coscia“. Im Original sind alle Buchstaben, ausgenommen der handschriftliche Bescheid des Kardinals, sowie auch die Ziffern vergoldet.
Die Stadtpfarrkirche in Zwettl
Ab der Mitte des 11. Jahrhunderts drangen bayrische Siedler unter der Führung des Ministerialengeschlechts der Kuenringer in das Zentrum des Waldviertels vor. Sie errichteten hoch über dem Zusammenfluss von Kamp und Zwettl auf dem heutigen Propsteiberg eine Burg und auch eine Kirche. Mit großer Wahrscheinlichkeit bestand
bereits im ersten Drittel des 12. Jahrhunderts in Zwettl eine Pfarre. Die erste Pfarrkirche von Zwettl, im Bereich der Kuenringerburg gelegen, war die heutige Propsteikirche.
Neben der Pfarrkirche auf dem Berg, die auch damals schon dem Evangelisten Johannes geweiht war, befand sich in der Stadt selbst die Liebfrauenkirche. Sie wurde 1280 erstmals als „ecclesia inferiora“ untere Kirche genannt. Ihre genaue Bauzeit ist nicht bekannt. Da der Weg zur außerhalb der Stadtmauern gelegenen Pfarrkirche sehr beschwerlich war, bemühten sich die Zwettler Bürger nach Kräften, durch Stiftungen und Zuwendungen regelmäßige Gottesdienste in der nahen Marienkirche zu ermöglichen. Ab 1352 war hier ein eigener Kaplan beschäftigt, der täglich die Frühmesse zu lesen hatte.
Auch wenn sich im Laufe der Zeit das kirchliche Leben immer mehr in die Stadt verlagerte, der eigentliche Sitz des Pfarrers von Zwettl und damit das Zentrum der Pfarre war die Sankt-Johannes-Evangelist-Kirche auf dem Berg.
Kapelle zur Heiligen Corona in Groß Gerungs
Als Erinnerung an die schwierige Corona-Zeit setzte das Herz-Kreislauf-Zentrum Groß Gerungs mit einer Kapelle ein nachhaltiges Zeichen. Die Kapelle wurde auf dem Areal errichtet und ist der Heiligen Corona gewidmet. Sie wird offiziell „Kapelle zur Heiligen Corona“ genannt.
Die Kapelle in Haid
Die Dorfkapelle von Haid bei Groß Gerungs in der heutigen Form gibt es seit dem 11. Juli 2010.
Die Kapelle in Walterschlag
Ursprünglich stand in Walterschlag eine Holzkapelle. Im Jahre 1808 wurde die heutige Kapelle an gleicher Stelle aus Bruchsteinen von der Umgebung und aus Ziegeln erbaut.
1951 bekam die Kapelle ein neues Turmkreuz, das Spenglermeister Ferdinand Neulinger aus Zwettl anfertigte. Als das Turmkreuz erneuert wurde, beschloss Pater Nivard Binder in der darunter liegenden Kuppel Lebensmittelkarten einzuschließen, um den nachfolgenden Generationen, die diese Karten einmal finden, zu zeigen wie schlecht und dürftig die Menschen zur Zeit des 2. Weltkriegs lebten. Zugleich wurde die Kapelle neu eingedeckt und renoviert. Pater Nivard Binder weihte das Kreuz.
Weitere Renovierungen wurden an der Kapelle 1856, 1952, 1966, 1976/77, 1983, 1994, 2005 und 2018 vorgenommen.
Die Kapelle steht etwas erhöht neben dem Dorfhaus in Walterschlag. Es ist ein schlichter Bau mit eingezogenem Rundschluss und Dachreiter.
Die Spitalskirche in Stift Zwettl
Hadmar II., der Albero III. folgte, zeigte sich sehr wohltätig dem Kloster gegenüber. Unter Abt Wolfing stiftete er ein Armenspital für 30 Arme und zehn Bedienstete.
Die Bestätigung dieser Armenstiftung erfolgte durch Bischof Wolfker von Passau im Jahre 1197.
Nach dem Tod Hadmars II., so berichtet das Stiftungenbuch, wurde auf Bitten seiner Gattin Euphemia 1217 das Spital vom Konventgarten auf den Platz vor der ersten Klosterpforte verlegt. 1218 wurde die Spitalskirche geweiht, „um leichteren Zugang zu haben, um Arme und Kranke zu trösten“.
Ein Kupferstich aus dem Jahre 1672 von Georg Matthäus Vischer zeigt die Kapelle ganz links.
Die Friedenskapelle bei Groß Gerungs
Nordöstlich von Groß Gerungs steht in einem Waldbühel beim Haus Ober Rosenauerwald I Nr.60 die Friedenskapelle.
Der aus rohen Steinen gemauerte Bau mit angebauter Apsis und einem kleinen Zubau ist mit Eternitschindeln gedeckt. An der Vorderseite befindet sich ein kleiner Holzturm mit geknicktem Pyramidendach aus Blech und ein großes Turmkreuz. Man betritt den Andachtsraum durch eine rundbogenförmige Tür. Der Raum selbst wird durch halbrunde Fenster erhellt. In der Apsis steht ein Altartisch. Dahinter hängen ein großes Holzkreuz mit Kruzifix und mehrere Heiligenbilder. Die Holztramdecke ist nicht sehr hoch und vor dem Altar kann man Folgendes lesen: „Der Friede in unserem Leben sei der Dreieinige Gott“.
Die Kapelle in Ulrichs
Die Kapelle in Ulrichs, erbaut im Jahre 1827, steht am Ortsende nahe einer Brücke.
Die Kapelle in Gradnitz
Im Jahre 1725 fassten der „Richter und die ganze Gemainde des dem löblichen Stüfft und Closter Zwettl angehörigen Dorfes Grädniz“ den Beschluss, „zur grösseren Ehre Gottes eine Creuz Säullen oder ein kleines Kapellerl mit einem klainen Thürml und Glöckhl“ in ihrem Dorf zu erbauen.
Dazu unterschrieben am 28. Juli 1725 der Gradnitzer Dorfrichter Gregor Kummerer und zwei Geschworene im Namen der Dorfbevölkerung einen Revers, mit dem sie gelobten und sich verbürgten, ihre Kapelle stets in gutem Zustand zu erhalten sowie ihre Verpflichtungen gegenüber der Pfarrkirche in Zwettl nicht zu vernachlässigen.
Als besondere Beweggründe für den Bau der Kapelle gaben sie an, dass dadurch die an Sonn- und Feiertagen nachmittags und abends „müessig gehendte Jugent ohne Versäumung des ordinari Gottesdienst den heiligen Roßencranz“ beten könne und dass man die Glocke zur Abwendung von Unwettern verwenden würde.
Der rechteckige Bau soll auf einer Anhöhe, damals noch außerhalb des Ortes, errichtet werden.














